Lauterbachs Kehrtwende bei Isolationspflicht »Das war ein Fehler, für den ich auch persönlich verantwortlich bin«

Erst wollte Karl Lauterbach die verpflichtende Coronaisolation zum 1. Mai beenden, später korrigierte er seine Pläne – in einer Talkshow. Jetzt äußerte sich der Gesundheitsminister selbstkritisch.
Minister Karl Lauterbach

Minister Karl Lauterbach

Foto: Odd Andersen / AFP

Karl Lauterbach hat Fehler beim Wirbel um die Kehrtwende zur Corona-Isolation zugegeben. Der Gesundheitsminister hatte am Montag angekündigt, dass die verpflichtende Isolation zum 1. Mai entfallen solle. Dies war mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder abgestimmt. Die Entscheidung stieß bei Wissenschaftlern, Patientenschützern und Oppositionspolitikern auf Kritik und Unverständnis. In der Nacht zu Mittwoch rückte Lauterbach dann von dem Beschluss ab.

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»Das war ein Fehler, für den ich auch persönlich verantwortlich bin«, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Von dem zunächst geplanten Verzicht auf die Isolation von Coronainfizierten sei »das falsche Signal« ausgegangen – nämlich, dass eine Isolation Infizierter nicht mehr nötig sei. »Das wäre völlig falsch und würde die Pandemie verharmlosen«, sagte Lauterbach. Einen Rücktritt schloss Lauterbach auf eine entsprechende Nachfrage aus. »Wenn man sieht, dass die Vorschläge nicht wirklich funktionieren, muss man sie zurücknehmen«, sagte er.

Der »Grundgedanke« des ursprünglichen Beschlusses sei gewesen, die Gesundheitsämter durch den Verzicht auf Isolations- und Quarantäneanordnungen zu entlasten, sagte er.

Diese Entlastung solle nun dadurch umgesetzt werden, dass lediglich auf Quarantäneanordnungen verzichtet wird – das heißt, Kontaktpersonen von Infizierten würden nun nicht mehr behördlich in Quarantäne geschickt. Infizierte sollen aber weiterhin eine Anordnung des Amts zur Selbstisolation bekommen.

Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) hatte Lauterbach zuvor wegen dessen Zurückrudern bei der geplanten Aufhebung der Corona-Isolationspflicht deutlich kritisiert. »Die Wankelmütigkeit des Bundesgesundheitsministers ist irritierend. So etwas darf nicht passieren«, sagte Bovenschulte in Bremen.

als/AFP/dpa
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