Vor Bund-Länder-Runde Lauterbach rechnet mit neuen Coronamaßnahmen

Bereits vor der für Freitag geplanten Ministerpräsidentenkonferenz hat Gesundheitsminister Lauterbach neue Beschlüsse angekündigt: Es werde neue Quarantäneregeln geben, und man werde über Kontaktbeschränkungen beraten.
RKI-Chef Lothar Wieler mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

RKI-Chef Lothar Wieler mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Foto: Florian Gaertner / Photothek / Getty Images

Am 7. Januar wollen Bund und Länder zu einer neuen Schaltkonferenz treffen, um über ihre weitere Coronastrategie zu beraten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vor dem Treffen nun bereits neue Regeln angekündigt. »Es wird auf jeden Fall neue Beschlüsse geben, weil wir müssen uns Gedanken dazu machen, wie verändern wir die Quarantäneverordnung«, sagte Lauterbach am Sonntagabend im Interview von RTL/ntv.

Die Frage sei, wie lang die Quarantäne zum Beispiel für diejenigen dauern müsse, die in der kritischen Infrastruktur arbeiteten, in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Ob Lauterbach nur eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, blieb offen. Geklärt werden müsse unter anderem, inwieweit die Fristen für Menschen mit Auffrischungsimpfung geändert werden könnten, sagte er.

Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu groß werde, werde man auch beraten müssen, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien. Eine Durchseuchung könne man sich in Deutschland wegen der hohen Zahl an Ungeimpften nicht leisten, sagte Lauterbach. »Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschützt. Daher mache ich mir da große Sorgen.«

Der Corona-Expertenrat  der Bundesregierung hatte vor Weihnachten vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems und der gesamten kritischen Infrastruktur wie Kliniken, Feuerwehr oder Stromversorgung gewarnt, sollten viele Menschen zeitgleich krank werden oder in Quarantäne müssen. Aus diesem Grund wird über eine Verkürzung der Isolations- oder Quarantänefristen debattiert.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte kürzlich eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen ins Gespräch gebracht und angeregt, dass das Robert Koch-Institut dazu Vorschläge erarbeiten solle.

mfh/dpa
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