Unterstützung bei Labortests Corona-Krisenregion Heinsberg bittet Bundeswehr um Notfallhilfe

Krisenstab in Heinsberg (Foto von Ende Februar): Unterstützung durch die Bundeswehr erwünscht

Krisenstab in Heinsberg (Foto von Ende Februar): Unterstützung durch die Bundeswehr erwünscht

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Der von der Ausbreitung des Coronavirus besonders betroffene Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr um Notfallhilfe gebeten. Nach SPIEGEL-Informationen forderten die lokalen Behörden einem vertraulichen Bericht der Bundeswehr zufolge bei der Truppe Laborkapazitäten an, um mehr Menschen auf das Virus testen zu können. Die Anfrage wird bei der Bundeswehr derzeit noch bearbeitet.

Die Truppe ist laut dem Lagebericht stärker vom Coronavirus betroffen als bisher bekannt. So listet das Papier vom Mittwochabend 48 "begründete Verdachtsfälle" innerhalb der Bundeswehr auf, alle befänden sich in Quarantäne. Zwölf Infektionen mit dem Virus haben sich demnach bereits bestätigt.

Auch die Auslandseinsätze sind von der Coronakrise betroffen. So wurden "grundsätzlich alle zivilen und militärischen Reisen in die Einsatzkontingente der Bundeswehr ausgesetzt", unter anderem wurde ein geplanter Afghanistan-Besuch von Staatssekretär Peter Tauber gestrichen.

Unsicherheit gibt es mit Blick auf den Mali-Einsatz der Bundeswehr. Dort hat die Regierung aktuell eine zweiwöchige Quarantäne für alle einreisenden Deutschen verhängt, da sie Deutschland als sogenanntes Risikogebiet einstuft. Die Maßnahme könne den aktuell anstehenden Kontingentwechsel bei der Bundeswehr beeinflussen, heißt es dazu in dem internen Bundeswehrpapier.

mgb
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