Maskenpflicht und Bußgelder Söder ruft Bundesländer zu härteren Corona-Maßnahmen auf

"Wir müssen die Zügel wieder anziehen": Bayerns Ministerpräsident Söder will mit mehr Kontrollen und höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer die zweite Corona-Welle bekämpfen - und appelliert an seine Länderkollegen.
CSU-Chef Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder

Foto: Peter Kneffel / DPA

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder drängt auf ein bundeseinheitliches Vorgehen zur Eindämmung der wieder ansteigenden Corona-Neuinfektionen. "Wir müssen die Zügel wieder anziehen und nicht die Zügel wieder lockern", sagte der CSU-Chef. "Die Entwicklung ist besorgniserregend. Corona ist wieder auf dem Sprung zu einer exponentiellen Entwicklung."

Die Gründe dafür seien zurückkehrende Urlauber und Angehörige von Familienbesuchen in Ost- und Südosteuropa - und Leichtsinn, sagte Söder. Bayern werde deshalb die Kontrollen zur Einhaltung etwa der Maskenpflicht ausweiten und seine Bußgelder für Verstöße gegen Hygienemaßnahmen erhöhen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", kündigte der Regierungschef an. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder.

Söder rief andere Bundesländer auf, ebenso zu handeln. "Es kann nicht sein, dass es Bundesländer gibt, die überhaupt keine Bußgelder haben." Er plädiere zudem dafür, keine neuen Großveranstaltungen wie Feste und Fußballspiele mit Zuschauern zuzulassen. "Wir werden uns dafür einsetzen, auf Bundesebene eine einheitliche Obergrenze zu entwickeln für Versammlungen." Auch eine generelle Pflicht zum Tragen von Atemschutzmasken am Arbeitsplatz müsse diskutiert werden. Ziel dieser Schritte sei es, einen erneuten Lockdown zu verhindern.

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

Angesichts der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen wollen Bund und Länder diese Wochen auf mehreren Ebenen beraten, wie es in Deutschland vorangehen soll. Söder sagte, er plädiere für einheitliche Regelungen und "möglichst viel Gemeinsamkeit" in ganz Deutschland. "Wir müssen jetzt in dieser Woche Nägel mit Köpfen machen." 

als/dpa/Reuters
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