Bundesprogramm Söder will seine Gutscheine für FFP2-Masken nicht einlösen

»Da war ich schon etwas überrascht«: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat irritiert darauf reagiert, dass auch er Gutscheine für FFP2-Masken erhalten hat. Er ist nicht der Einzige.
Bayerns Ministerpräsident Markus will seine Gutscheine für FFP2-Masken lieber anderen überlassen

Bayerns Ministerpräsident Markus will seine Gutscheine für FFP2-Masken lieber anderen überlassen

Foto: Sven Hoppe / dpa

Unerwartetes in der Post: Zu seiner großen Verwunderung hat auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Gutscheine für vom Bund finanzierten FFP2-Masken erhalten. »Da war ich schon etwas überrascht«, sagte der CSU-Chef. Warum er die Gutscheine erhalten habe, könne er nicht sagen. Der 54-Jährige betonte aber, dass er sie nicht einlösen, sondern zurückgeben werde.

Coupons sollen Risikogruppen unterstützen

Zum Schutz vor dem Coronavirus bekommen rund 34 Millionen Bürger über das Bundesprogramm Gutscheine für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Die Bundesregierung hat dies als Schutz  für Menschen mit besonders hohem Risiko beschlossen – dazu zählen über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Nachdem nun der Versand der Coupons begonnen hat, wunderten sich aber viele Empfänger darüber, dass auch sie solche Gutscheine in ihrem Briefkasten mit einem Begleitschreiben gefunden haben – obwohl sie nicht zur Risikogruppe zählen.

»Über mögliche Irrläufer oder Adressaten, bei denen der Anspruch nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, sind uns nur die Presseberichte über Einzelfälle und entsprechende Social-Media-Beiträge bekannt«, sagte ein Sprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Aufklärung könne nur eine Nachfrage bei den einzelnen Versicherungsunternehmen bringen.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Nachfrage auf die Vorgaben für den Versand: Es gebe klare Indikationen, darunter bestimmte Vorerkrankungen, sagte ein Sprecher. Auch ein 30-Jähriger mit chronischer Lungenerkrankung könne Masken bekommen.

Insgesamt gibt die Bundesregierung rund 400 Millionen Masken aus

Die Gutscheine würden an alle Versicherten versandt, in deren Abrechnungsdaten eine Diagnose aus dem vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Kriterienkatalog verzeichnet sei. Dazu gehöre etwa auch Asthma. »Es ist zum Beispiel durchaus möglich, dass Ärzte einen ›Verdacht auf Asthma‹ untersucht hatten und diese Befunde nun in den Datenbanken als Kriterien zum Versand der FFP2-Masken gewirkt haben«, sagte der Sprecher.

Eine Sprecherin der AOK Bayern in München sagte: Es könne Fälle geben, in denen den Versicherten vielleicht gar nicht bewusst sei, dass ein Arzt früher einmal eine Diagnose gestellt habe, die den Kriterien des Bundesgesundheitsministeriums entspreche. Dies könnte dann auch Kinder betreffen.

Insgesamt, das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, gebe die Bundesregierung 400 Millionen Masken aus. Die Maßnahme kostet den Bund rund 2,5 Milliarden Euro.

flg/dpa