Neue Coronawelle im Herbst erwartet Lauterbach warnt vor »Freedom Day«

Gesundheitsminister Lauterbach hält nichts von vorschnellen Lockerungen der Coronamaßnahmen. Dafür gebe es »überhaupt keine Spielräume«. Er rechnet im Herbst mit einer neuen Infektionswelle.
Minister Lauterbach

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Foto: CLEMENS BILAN / EPA

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, dass es im Herbst in Deutschland zu neuen Wellen der Coronapandemie kommt. Er höre häufig, dass das Ende der Pandemie in Deutschland unmittelbar zu erwarten sei – eine Einschätzung, die er »ausdrücklich nicht« teile.

Es gebe immer noch sehr hohe Zahlen an Neuinfektionen, »die wir vermutlich unterschätzen«, sagt der SPD-Politiker. Zudem würden täglich 200 bis 300 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Er appelliert an die Ministerpräsidenten, »auf keinen Fall« über die verabredeten Lockerungen hinauszugehen, sonst würden Fallzahlen wieder steigen. »Für eine beschleunigte Öffnung haben wir überhaupt keine Spielräume«, sagt Lauterbach.

Lauterbach warnte auch vor einem »Freedom Day« mit dem Ende der Coronaschutzmaßnahmen. Das Coronavirus lasse sich von einem solchen Tag nicht beeindrucken. Nach einem Dreistufenplan von Bund und Ländern sollen die meisten tiefgehenden Beschränkungen zum 20. März fallen. Die bundesweite Rechtsbasis für solche Maßnahmen läuft am 19. März aus – ein Basisschutz soll jedoch weiter möglich bleiben. Dafür wird eine neue bundesweite Rechtsgrundlage angestrebt.

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Bei der aktuellen Pandemiewelle sei der Scheitelpunkt erreicht, erklärte Lauterbach. Die neue Subvariante von Omikron scheine zwar nicht schwerer zu verlaufen, aber ansteckender zu sein. In Deutschland mache sie derzeit etwa 16 bis 17 Prozent der Fälle aus, in großen Städten mehr. Wenn Deutschland nicht vorsichtig sei, könnten die Fallzahlen aber möglicherweise wieder steigen.

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Der Minister bekräftigte, dass weite Öffnungen wie in anderen Staaten (lesen Sie hier mehr) in der Bundesrepublik wegen vieler Ungeimpfter bei den über 60-Jährigen kein Vorbild seien. »Deutschland muss einen Sonderweg gehen, weil wir eine Sondersituation haben«, forderte er.

als/dpa/AFP
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