Corona-Regeln ab 10. Januar Corona-Lockdown – und dann?

Bis zum 10. Januar gilt der neue Shutdown in Deutschland. Aber wie geht es dann weiter? Grüne und FDP drängen auf eine Pandemiestrategie, die auch dauerhaft durchhaltbar ist.
Bochumer Innenstadt zur Weihnachtszeit

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Foto: Jochen Tack / imago images

Die Opposition fordert von Bund und Ländern eine langfristigere Planung für die Zeit nach dem am Wochenende beschlossenen harten Shutdown in Deutschland, die am 10. Januar enden soll. »Für die nächsten Monate brauchen wir planvolles Handeln und eine längerfristige Perspektive«, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der »Rheinischen Post«. Er erwarte, dass »wir im Januar endlich ein Gesetz mit einem bundesweit verbindlichen Stufenplan verabschieden, durch den klar ist, wann und wo welche Maßnahmen gelten.«

 Auch FDP-Chef Christian Lindner drängt: Die Notbremse könne man angesichts ihrer Folgen nicht bis in den März verhängen. »Wir müssen nach vorne schauen und fragen, was wird die dauerhaft durchhaltbare Strategie sein«, forderte er in einem ZDF-»Spezial«. Lindner warb erneut dafür, Risikogruppen besser zu schützen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit fordert, es müsse sofort mit einer langfristigen Strategie gegen die Corona-Pandemie begonnen werden. »Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie – insofern stellt sich die Frage, wie wir dann die Kinder wieder sicher in die Schulen zurückkehren lassen können«, sagte er in einem ARD-»Extra«.  Auch in den Schulen spielten Tests eine entscheidende Rolle. »Nur wir brauchen das Personal und natürlich auch die entsprechenden Tests, die man dann dort einsetzen kann – das sind wichtige Punkte, an denen man hart arbeiten muss«, sagte Schmidt-Chanasit.

Um die Corona-Welle zu brechen, sollen ab Mittwoch bundesweit Geschäfte schließen, Ausnahmen gibt es für Lebensmittelläden, Drogerien und andere Läden des täglichen Bedarfs (lesen Sie hier die Details). Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons und Kosmetikstudios werden ebenfalls geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapien bleiben möglich (lesen Sie hier eine Analyse).

Mit Blick auf die Feiertage und auf Silvester warnt der Düsseldorfer Virologe Jörg Timm vor einer Zunahme der Corona-Fälle: »Ich hoffe sehr, dass die Menschen auch über die Weihnachtstage auf private Feiern und Familienbesuche weitgehend verzichten werden. Bei den aktuellen Infektionszahlen ist sonst mit einer drastischen Zunahme der Covid-19-Fälle im neuen Jahr zu rechnen, die uns vor enorme Probleme stellen wird«, sagte der Mediziner der »Rheinischen Post«.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) dämpfte indes Hoffnungen auf schnelle Lockerungen nach dem 10. Januar. Er habe zwar die »große Hoffnung«, dass die Infektionszahlen durch die neuen Maßnahmen sinken, sagte Braun den Sendern n-tv und RTL. Eine umfassende Lockerung halte er hingegen für sehr unwahrscheinlich. Januar und Februar seien für Atemwegserkrankungen »schwierige Monate«. Solange es im Winter nicht genügend Impfstoff für alle gebe, »werden wir noch schwierige Tage erleben«, so der Minister.

als/dpa/AFP