Stefan Kuzmany

Coronavirus Was Sie jetzt tun können müssen

Stefan Kuzmany
Eine Satire von Stefan Kuzmany
Eine Satire von Stefan Kuzmany
Das Coronavirus 2019-nCoV ist in aller Munde - auch Sie können dabei sein. Praktische Tipps zum Umgang mit der trendigen Atemwegserkrankung.
Todschick: Vergessen Sie die Maske nicht

Todschick: Vergessen Sie die Maske nicht

Foto:

Mark Schiefelbein/ AP

Das neuartige Coronavirus rast um den Globus. In Deutschland sind zwar erst zehn Fälle bestätigt, auch geht es den hiesigen Infizierten eigentlich ganz gut. Aber das bedeutet nicht, dass Sie abseitsstehen müssen, wenn die Welt in Schnappatmung verfällt. Es gibt so vieles, was Sie jetzt tun können, um beim Coronatrend dabei zu sein.

1. Frischen Sie Ihr Virenwissen auf

Man kann eigentlich gar nicht genug über das Coronavirus 2019-nCoV wissen, für Forscher in aller Welt gibt es dieser Tage kein heißeres Thema. Es tobt der Kampf um die Coronakrone: Wer schafft es als Erster, einen Impfstoff zu entwickeln? Leider stehen die Wissenschaftler noch am Anfang ihrer Bemühungen. Über den genauen Infektionsweg, über die Mortalität, über die Ansteckungsgefahr während der Inkubationszeit gibt es noch keine definitiven Erkenntnisse. Bis es so weit ist, nutzen Sie die Zeit, Ihr Wissen über vergangene Seuchen aufzufrischen. Wussten Sie etwa noch, dass die Schweinegrippe zwar nur eine Todesrate von einem Prozent hatte, aber trotzdem 100.000 Menschen das Leben kostete, weil sie so hochansteckend war? Die Vogelgrippe hingegen kann mit einer Todesrate von 65 Prozent auftrumpfen - forderte insgesamt aber nur rund 1000 Opfer, weil sie so schwer zu bekommen ist. Bonuswissen: Das Bioei, das Sie heute zum Frühstück gegessen haben, stammt mit gar nicht so geringer Wahrscheinlichkeit von einem sogenannten Biohuhn, das niemals irgendwo draußen frei herumgepickt hat, weil es in einem permanenten Vogelgrippeschutzgebiet gehalten wird und deshalb lebenslang eingesperrt bleiben muss. Hat nichts mit Corona zu tun? Vollkommen egal, zurzeit ist breitestes Virenwissen gefragt. Wenn Sie jetzt noch erklären können, wer wann wo Mers hatte (nicht zu verwechseln mit Sars), dann gewinnen Sie jedes Seuchenquartett.

 

2. Schaffen Sie eine Verbindung

China ist weit weg, und wenn Sie nicht kürzlich in Wuhan waren oder jemanden von dort empfangen haben, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie mit dem Coronavirus infiziert sind. In Zeiten der Globalisierung sind wir aber alle miteinander vernetzt. Finden Sie Wege, diese Verbundenheit zu zeigen.

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass eine Tante nur einige Hundert Meter entfernt von der Zentrale des Autozulieferers Webasto wohnt, wo die ersten deutschen Coronafälle aufgetreten sind. Und beinahe hätte ich die Tante besucht, ausgerechnet an dem Wochenende, als die Fälle bekannt wurden. Das ist zwar vollkommen irrelevant, dennoch entsteht so eine emotionale Nähe zum Geschehen im Seuchengebiet. Die können Sie auch schaffen: Kennen Sie jemanden, der einmal in Stockdorf gewesen ist und jetzt Schnupfen hat? Besitzen Sie eventuell ein in China hergestelltes Smartphone und sorgen sich nun um eine Infektion per Touchscreen? Waren Sie vielleicht einmal beim Asiaten essen oder haben sich was kommen lassen? Mit all diesen persönlichen Infos bereichern Sie jedes Coronagespräch. Und natürlich mit Humor: Wussten Sie etwa, dass es eine Biermarke namens "Corona" gibt? Die sollten sich vielleicht besser umbenennen, wie wär's mit "Ebola", haha? Oder, der ist auch super: Schön doof, dass Alexander Gaulands Immunität ausgerechnet während der Coronakrise aufgehoben worden ist. Zum Totlachen!

Nicht verwechseln: Corona-Bier

Nicht verwechseln: Corona-Bier

Foto: EDGARD GARRIDO/ REUTERS

3. Ein wenig Rassismus geht schon in Ordnung 

Sollten Ihnen diese seltsamen Chinesen schon länger suspekt gewesen sein, können Sie Ihren Ressentiments einfach freien Lauf lassen. Jetzt ist nicht die Zeit für falsche Zurückhaltung, schließlich haben wir es nur diesen gelbhäutigen Schlitzaugen zu verdanken, dass wir womöglich bald alle tot sind. Warum müssen die auch ständig Fledermaussuppe löffeln und Schlangen den Kopf abbeißen und auf ihren Märkten in frischem Rattenblut baden? Da muss sich doch niemand wundern, wenn die krank werden. Und wundern soll sich bitte auch niemand, der auch nur im entferntesten asiatisch aussieht, wenn man sich jetzt nicht mehr unbedingt direkt in seiner Nähe aufhalten möchte, man ist ja nicht lebensmüde. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese Person aus dem Risikogebiet stammt oder jemals dort war. Da alle Asiaten sowieso identisch aussehen, werden Sie das auf die Schnelle nicht herausfinden können. Und schwups sind Sie infiziert. Gehen Sie besser auf Nummer sicher, und meiden Sie jeden Kontakt. Zu genaues Wissen steht einer schnellen und entschiedenen Seuchenbekämpfung nur im Weg. Sagen Sie das auch Ihren Kindern.

 

4. Es geht um Ihr Leben

Mit der weiteren Ausbreitung des Coronavirus wird es sich wohl leider nicht vermeiden lassen, dass sich auch unbescholtene Deutsche infizieren, die nie einem Chinesen die Hand gegeben haben. Diese Opfer sind zwar zu bedauern, allerdings sollten Sie nicht aus falsch verstandener Sympathie unvorsichtig werden. Diese Leute mögen einmal Ihre Nachbarn und Kollegen gewesen sein, als Kranke sind sie nur noch eins: eine Gefahr. Schützen Sie sich. Beim Erwerb von Atemschutzmasken achten Sie auf die Schutzklasse FFP3. Kaufen Sie davon am besten den gesamten in der Apotheke oder Drogerie verfügbaren Bestand auf, denn leider gibt es Menschen, die nicht an die Allgemeinheit denken und solche Masken hamstern. Sorgen Sie also vor, bevor Sie das Nachsehen haben. Ein ähnliches Vorgehen empfiehlt sich in einer späteren Phase der Coronakrise auch für Lebensmittel und Trinkwasser.

 

Wenn sich alle so vernünftig verhalten, wird die Coronakrise schnell besiegt sein. Und dann können wir uns in aller Ruhe der nächsten Panik zuwenden.