K-Frage Union schmiedet Fahrplan für Kandidatenkür

Angela Merkel bekam bisher keine Einladung zum CSU-Parteitag - aber als Kanzlerkandidatin werden die Bayern sie wohl unterstützen. "Ich wünsche mir, dass diese Aussage rasch kommt", sagt Parteivize Manfred Weber dem SPIEGEL.

Unionschefs Seehofer, Merkel
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Trotz der Differenzen in der Flüchtlingspolitik zeichnet sich ab, dass die CSU im Bundestagswahlkampf 2017 eine erneute Kanzlerkandidatur Angela Merkels unterstützen wird. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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"Angela Merkel ist unsere Kandidatin. Daran kann es keinen Zweifel geben", sagte CSU-Vizechef Manfred Weber dem SPIEGEL. "Und ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt - von ihr und von uns."

Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer ist zu der Überzeugung gelangt, dass die CSU am Ende Merkel unterstützen muss. Zwar kamen die Kanzlerin und Seehofer am Freitag vergangener Woche bei einem Gespräch in Berlin überein, dass ein gegenseitiger Besuch bei den Parteitagen nach Lage der Dinge keinen Sinn mache. Vor allem Seehofer fürchtet, dass Merkel auf dem CSU-Parteitag Anfang November ein unfreundlicher Empfang bereitet würde.

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Allerdings wird es nach Informationen des SPIEGEL aller Voraussicht nach Anfang 2017 ein Treffen der Spitzengremien von CDU und CSU in München geben. Bereits im Juni hatte es in Potsdam einen Gipfel der Spitzen von CDU und CSU gegeben, um den Streit in der Flüchtlingspolitik zu schlichten. Damals gelang dies nicht. Aber man vereinbarte ein weiteres Treffen in Bayern. Merkel sagte nun zu, dass sie zu einem zweiten Gipfel in München bereit sei.

CSU-Vize Manfred Weber
DPA

CSU-Vize Manfred Weber

Dieser könnte dann dazu dienen, das Wahljahr einzuläuten und die Unterstützung der CSU für eine Kandidatur Merkels zu demonstrieren.

Den Streit mit Merkel um die Obergrenze für Flüchtlinge versuchte Seehofer zu relativieren. "Wir sind uns in den letzten Wochen in vielen Punkten näher gekommen", sagte der CSU-Chef dem SPIEGEL. "Wenn es in einem weiter Differenzen gibt, dann können wir das aushalten."

Ähnlich äußerte sich CSU-Vize Weber: "CDU und CSU sind sich heute in der Migrationspolitik zu 95 Prozent einig, einzige Ausnahme ist die Obergrenze", so Weber. "Die CSU will die Obergrenze, wir werden sie im Wahlprogramm der CSU verankern und in der Koalitionsvereinbarung dann durchsetzen. Es bringt nichts, monatelang weiter mit der CDU darüber zu streiten."

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ehrgeizbefreit 22.10.2016
1. Was ist das denn...?
Das sind ja einmal ganz neue Töne aus der CSU. Aber gerechnet hat ja wohl jeder damit. Das die CSU die Kanzlerkandidatin Merkel unterstützt war klar. Denn einen eigenen CSU Kanzlwrkandidaten hat der Horsti Seehofer nicht und das ganze Gerede von Herrn Seehofer kann man eh nichts geben weil er meistens wenn es kritisch werden könnte zurück rudert. Wenn man das in Windenergie umsetzen würde, hätte eine Stadt wie Emden 14 Tage Licht.
gympanse 22.10.2016
2.
Ich wünsche mir, dass CDU und CSU getrennt zur Bundestagswahl antreten. Es kann nicht sein, dass eine Splitterpartei, die nur in einem Bundesland wählbar ist, nach der Wahl die anderen 15 Bundesländer knechtet.
gauner12 22.10.2016
3. Seehofers Gedankenspiele
Da hat Herr Seehofer wohl in den Hintergedanken, dass die CSU auch abgestraft werden kann, wenn man sich gegen Frau Merkel stellt. Sie ist immer noch das Zugpferd der CDU/CSU. Leider ist weit und breit kein Ersatz in Sicht. Aber er wird hoffen, dass die Zustimmung für eine große Koalition diesmal geringer ausfällt und man abhängig ist von den CSU-Mandaten, um die absolute Mehrheit zu erreichen. Dann könnte er CSU Interessen besser durchsetzen und sich eine gute Ausgangsposition für die Bayern Wahl 2018 sichern. Denn das ist eigentliche Interesse von Seehofer. Auch 2018 in Bayern die absolute Mehrheit zu erreichen.
kuac 22.10.2016
4.
Falls Merkel die Kanzlerkandidatin wird, dann hat die CSU komplett versagt. Die Verantwortung dafür trägt der Seehofer.
INGXXL 22.10.2016
5. Wer ausser Merkel
soll es denn sonst machen? Es gibt keine Alternative. Und 2RG hat dank AfD keine Mehrheit mehr
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