Bayern CSU-Bürgermeister wegen Untreueverdacht festgenommen

"Ehrlich, menschlich, bescheiden" - so wirbt der CSU-Bürgermeister im oberfränkischen Zapfendorf für sich. Jetzt wurde er festgenommen: Untreueverdacht. In ersten Berichten heißt es, er habe 300.000 Euro aus der Gemeindekasse entwendet.

CSU-Politiker Schneiderbanger: Termin beim Haftrichter
Matthias Schneiderbanger/ CSU/ Facebook

CSU-Politiker Schneiderbanger: Termin beim Haftrichter

Von , München


In Sachen Selbstvermarktung macht ihm in Zapfendorf so schnell keiner was vor: Die Zukunft der oberfränkischen Gemeinde sei für ihn "mehr als nur ein Wahlversprechen", schreibt der Bürgermeister und CSU-Politiker Matthias Schneiderbanger auf seiner Internetseite. Sich selbst bezeichnet er dort als "ehrlich, menschlich, bescheiden" und listet sein ehrenamtliches Engagement in etlichen Vereinen auf.

Am 1. Mai hatte der 37-Jährige sein Amt angetreten, nachdem er die Wahl im März klar gewonnen hatte - aber möglicherweise ist es mit der politischen Karriere schon bald wieder vorbei: Schneiderbanger wurde vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Hof ermittelt "wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil der Gemeinde". Offenbar soll der Verwaltungswirt noch an diesem Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Laut unbestätigten Berichten der Zeitung "Fränkischer Tag" soll Schneiderbanger in seiner Zeit als stellvertretender Kassenverwalter der Gemeinde im Landkreis Bamberg zunächst unbemerkt Geld aus der Gemeindekasse für sich abgezweigt haben. Von insgesamt 300.000 Euro ist die Rede. Die Angelegenheit sei nun zufällig bei internen Finanzüberprüfungen ans Licht gekommen.

Im Zapfendorfer Rathaus hält man sich bedeckt: Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens können man derzeit keine weiteren Angaben machen, sagte Kämmerer Klaus Helmreich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Für Donnerstag sei eine öffentliche Gemeinderatssitzung vorgesehen.

"Solide Haushaltspolitik", nennt Schneiderbanger eines seiner politischen Ziele. Die Ermittler dürften nun Fragen an den CSU-Politiker haben, ob er damit vor allem seine Privatkasse meinte.

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