CSU-Chef für Guttenberg-Comeback Seehofer umschmeichelt "den Karl-Theodor"

Richtig übel nimmt ihm seine CSU-Schelte offenbar niemand - im Gegenteil: Christsozialen-Chef Horst Seehofer treibt die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Bundespolitik voran. Dessen Aussagen seien zwar "nicht hilfreich" gewesen. Aber längst vergessen.

Politiker Guttenberg (links), Seehofer: "Hier darf man nicht nachtreten"
DPA

Politiker Guttenberg (links), Seehofer: "Hier darf man nicht nachtreten"


München - Die Chancen für eine Rückkehr Karl-Theodor zu Guttenbergs in die deutsche Politik steigen. CSU-Chef Horst Seehofer sagte dem Bayerischen Rundfunk am Freitag, er werde sich im kommenden Jahr "sehr darum bemühen, dass wir zu gegebener Zeit den Karl-Theodor wieder auch für eine aktive Rolle in der CSU gewinnen". Das solle aber nicht über öffentliche Kanäle, sondern in persönlichen Gesprächen erfolgen. "Ich glaube, es wird auch gelingen, ihn wieder zu gewinnen."

Guttenberg sei ein "sehr, sehr fähiger Politiker", lobte der CSU-Chef. Die Wortmeldungen des früheren Verteidigungsministers, der wegen seiner in weiten Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit zurückgetreten war, seien zwar "nicht sehr hilfreich" gewesen - auch nicht für die CSU. "Trotzdem darf man hier nicht nachtreten", betonte Seehofer.

Guttenberg hatte im Interviewbuch "Vorerst gescheitert" die CSU scharf kritisiert. Unter anderem sagte er, es sei "nur noch wie die Verhöhnung früherer Träume", wenn sich die CSU angesichts ihrer Wahlergebnisse als Volkspartei bezeichne.

Pünktlich zum Jahreswechsel wurden Spekulationen um seine Rückkehr in die Bundespolitik angefacht. Denn die Option, in seinen Wahlkreis Kulmbach in Oberfranken zurückzukehren, um 2013 zur Bundestagswahl anzutreten, hatte sich Guttenberg stets offengehalten.

Klar ist: Will Guttenberg noch einmal über ein Direktmandat in den Bundestag, muss er sich rechtzeitig um seine Aufstellung als Kandidat bemühen. Bei der Bundestagswahl 2009 brachte er es mit knapp 70 Prozent noch zum deutschen Erststimmenkönig. Jetzt ist sein Wahlkreis, der als sichere CSU-Bastion gilt, verwaist.

Guttenberg war am 1. März von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Seit Anfang Dezember berät er die EU-Kommission in Sachen Internetfreiheit. Ende Januar will er beim Aachener Karnevalsverein auftreten. Auch bei der Klausurtagung der CSU in Wildbad Kreuth in der kommenden Woche dürfte die Personalie ein Thema sein. Selbst wenn der Ex-Minister gar nicht persönlich anwesend ist.

jok/dpa



insgesamt 178 Beiträge
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wika 30.12.2011
1. Hat Guttis Drängelei geholfen?
Bei solchen Aussagen muss man sich nach Seehofers Motivation fragen. Gibt es tatsächlich zu wenig interessanten Nachwuchs in der Partei oder braucht man dort einen stets Skandalumwitterten fürs Profil. Ich denke da an FJS, da war auch immer diese Mischung zu finden. Oder soll Gutti einfach nur der Unterhaltungskünstler der Partei werden? Der Stoff wird uns schon nicht ausgehen und vielleicht sollte sich Karl-Theodor noch einen weiteren Vornamen zulegen: "August". Die nächste Aufführung könnte so lauten: Kaiser (in spe) Karl Theodor vuz Guttenberg greift nach der Krone (http://qpress.de/2011/12/12/kaiser-in-spe-karl-theodor-vuz-guttenberg-greift-nach-der-krone/), einfach eine schöne Story für die Klatschblätter und die Blaublutfans. An Unterhaltungswert wird es schon nicht mangeln, nur bekommen wir deshalb am Ende eine bessere Politik für die Menschen? An der Stelle würde ich dann wieder ein großes Fragezeichen hinterlassen.
aspi01 30.12.2011
2.
Zitat von sysopRichtig*übel nimmt ihm*seine*CSU-Schelte offenbar niemand* - im Gegenteil: Christsozialen-Chef Horst Seehofer*treibt*die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Bundespolitik voran. Dessen Aussagen seien zwar "nicht hilfreich" gewesen. Aber längst vergessen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806382,00.html
Der Guttenberg zieht die Medien an wie das Licht die Motten. Deshalb wärs ein Gewinn für unser Land, wenn er zurückkehrt und das Interesse an seiner Person in Interesse für seine politischen Standpunkte umleiten kann. Mit Brille hat er mir allerdings besser gefallen!...
gg69 30.12.2011
3. Toll Herr Seehofer
Zitat von sysopRichtig*übel nimmt ihm*seine*CSU-Schelte offenbar niemand* - im Gegenteil: Christsozialen-Chef Horst Seehofer*treibt*die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Bundespolitik voran. Dessen Aussagen seien zwar "nicht hilfreich" gewesen. Aber längst vergessen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806382,00.html
Da wird einem doch bereit 2012 versaut bevor 2011 überhaupt zu ende ist.
joe_blow 30.12.2011
4. Mit Vollgas auf der Schleimspur
Zitat von sysopRichtig*übel nimmt ihm*seine*CSU-Schelte offenbar niemand* - im Gegenteil: Christsozialen-Chef Horst Seehofer*treibt*die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Bundespolitik voran. Dessen Aussagen seien zwar "nicht hilfreich" gewesen. Aber längst vergessen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806382,00.html
Wie kann man nur so verlogen sein. Selbst die Bayern haben etwas besseres verdient als diesen Ministerpräsidenten. Herr Seehofer: ein dickes Fell ist kein Ersatz für ein fehlendes Rückgrat.
v.papschke 30.12.2011
5.
Zitat von sysopRichtig*übel nimmt ihm*seine*CSU-Schelte offenbar niemand* - im Gegenteil: Christsozialen-Chef Horst Seehofer*treibt*die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Bundespolitik voran. Dessen Aussagen seien zwar "nicht hilfreich" gewesen. Aber längst vergessen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806382,00.html
Es war nicht anders zu erwarten. Herr Seehofer bleibt seiner Haltung als dauerhafter Wendehals treu. Darauf ist jedenfalls Verlaß.
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