CSU-Debakel Beckstein geht auf Merkel los

Günther Beckstein teilt aus: Der bayerische Ministerpräsident hat Angela Merkel mit für das Desaster der CSU mitverantwortlich gemacht. Er wirft der Kanzlerin mangelnde Unterstützung im Wahlkampf vor.


Berlin - Heftige Kritik von Günther Beckstein an Angela Merkel: Die CDU-Chefin und Kanzlerin habe die CSU nicht genügend im Wahlkampf unterstützt. "Bei der Pendlerpauschale etwa oder bei unserem Steuerkonzept wäre es schon enorm hilfreich gewesen, wenn uns die CDU ein Stück weit entgegen gekommen wäre", sagte der Regierungschef der "Passauer Neuen Presse". "Dass Spielraum dazu war, hat man gesehen, als zuletzt auch Finanzminister Peer Steinbrück ein Entlastungspaket geschnürt hat."

Auch CSU-Chef Erwin Huber hatte der Schwesterpartei am Montag eine Mitschuld an dem Wahlergebnis gegeben. Die CSU hat am Sonntag ihr schlechtestes Ergebnis seit 50 Jahren eingefahren und kann nicht mehr alleine regieren.

Beckstein bekräftigte erneut, dass er Chef der künftigen Koalitionsregierung in Bayern sein wolle. "Der Wähler hat der CSU einen Regierungsauftrag erteilt. Der Spitzenkandidat der CSU war ich. Also werde ich den Auftrag annehmen."

Er rechnet allerdings damit, dass es mit einer Koalitionsregierung schwieriger werde. "Wenn ich an die langen Entscheidungswege denke, die womöglich auch noch über Berlin führen, dann muss ich sagen: Ja, es wird schwieriger werden im Freistaat. Da werden wir einiges zu erleiden haben, was es in anderen Ländern mit Koalitionen schon immer gab", sagte der Ministerpräsident. Hinzu komme, dass die CSU auch in Berlin Koalitionspartner sei - "und zwar in einer anderen Koalition, als wir sie in Bayern haben werden".

als/Reuters/AFP



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