CSU-Personaldebatte Seehofer droht Söder mit Abrechnung

In der Führungsfrage wollte sich die CSU eigentlich zurückhalten, bis die Koalitionsverhandlungen in Bayern durch sind. Doch nun hat Horst Seehofer nach SPIEGEL-Informationen selbst ausgeteilt.
Markus Söder, Horst Seehofer

Markus Söder, Horst Seehofer

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Bei der Sitzung der CSU-Landesgruppe am vergangenen Dienstag sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach SPIEGEL-Informationen, er sei gern zu einer Analyse des schlechten Ergebnisses bei der Landtagswahl in Bayern bereit, aber "dann brauchen wir eine Analyse in vollem Umfang. Dann müssen wir über alles reden".

Was der Parteichef damit meint, hatte er zuvor bereits im kleinen Kreis klargemacht: Nach dem Sturz Edmund Stoibers im Jahr 2007 habe die CSU bei der darauffolgenden Landtagswahl 17 Prozent der Stimmen verloren. Nachdem Söder ihn, Seehofer, aus dem Amt gedrängt habe, seien es nun 10 Prozent.

"Revolutionen kosten Stimmen", soll der CSU-Chef nach Angaben von Gesprächspartnern gesagt haben.

Seehofers Gegner bringen den Vorsitzenden der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, als möglichen Nachfolger im Amt des Parteichefs in Stellung. So sagte die langjährige Landtagspräsidentin Barbara Stamm dem SPIEGEL, Weber habe ihre Unterstützung. Auch der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel drängt Weber anzutreten.

Dieser lässt Interesse am Parteivorsitz erkennen, will aber gleichzeitig in Brüssel bleiben. Auch auf eine Kandidatur als Spitzenkandidat bei der Europawahl will Weber nicht verzichten. Das stellt auch deshalb seine Anhänger in der CSU vor ein Dilemma, weil der EVP-Spitzenkandidat den Anspruch erhebt, nächster EU-Kommissionspräsident zu werden. Das Amt würde sich mit dem des CSU-Vorsitzenden kaum vereinbaren lassen.

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