Unionsstreit CSU düpiert CDU mit eigenem Rentenkonzept

Die Unionsparteien wollten endlich wieder Geschlossenheit demonstrieren. Doch Horst Seehofer hat andere Pläne: Die CSU bastelt an einem eigenen Rentenkonzept - zum Ärger der CDU.

Angela Merkel, Horst Seehofer
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Angela Merkel, Horst Seehofer


CDU und CSU stehen vor neuem Streit: Anders als verabredet, will der bayerische Unionsableger noch im Juli ein eigenes Rentenkonzept vorlegen. Sozialministerin Emilia Müller soll ihre Pläne auf einer Klausurtagung des bayerischen Kabinetts Ende des Monats präsentieren. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 28/2016
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In der CDU stößt das Vorgehen der Christsozialen auf Verwunderung. Auf einer Klausurtagung in Potsdam hatten die Spitzen der Schwesterparteien eigentlich vereinbart, nach der erbitterten Auseinandersetzung über die Flüchtlingspolitik künftig wieder geschlossen aufzutreten.

So wurde der Plan, zwei getrennte Rentenkonzepte vorzustellen, die dann in ein gemeinsames Papier münden, fallengelassen. "Wir hatten verabredet, mit einem gemeinsamen Konzept an die Öffentlichkeit zu gehen", heißt es in der CDU-Spitze. Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Karl-Josef Laumann, und CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sollten mit Müller über einen gemeinsamen Reformvorschlag verhandeln.

Daraus wird nun vorerst wohl nichts. Der von der CSU-Sozialministerin erarbeitete Reformvorschlag sieht unter anderem eine Besserstellung der Eltern vor. Schon heute können die Rentenanwartschaften von Versicherten, die Kinder erziehen, aufgewertet werden. Diese Kinderzuschläge sollen nach den Vorstellungen der CSU ausgedehnt werden. Außerdem will die Partei das Rentenniveau bis 2030 festschreiben. Das lehnt die CDU strikt ab.

Bei der CSU wiegelt man mit Blick auf die neuen Differenzen ab. Es handle sich nicht um ein Konzept, sondern lediglich um Eckpunkte, heißt es in München.

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cos/ran

insgesamt 108 Beiträge
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Seite 1
axeljean 09.07.2016
1. Csu
bei solchen Freunden braucht Merkel keine Feinde
f_eu 09.07.2016
2.
Finde ich prima weil im Süden die helleren Köpfe leben.
markus.pfeiffer@gmx.com 09.07.2016
3. Gutes Stichwort
"Die CSU bastelt an einem eigenen Rentenkonzept" - Genau das ist ein Hauptproblem der Rente: dass seit rund 40 Jahren immer nur irgendwo rumgebastelt wird, anstatt eine große Lösung "aus einem Guss" zu suchen, mit der alle Generationen (Empfänger, Einzahler und Kinder (als Einzahler von morgen und Empfänger von übermorgen) halbwegs gut leben können... und 'halbwegs' schreibe ich da absichtlich, denn je mehr es in Richtung 'gut leben können' für die eine Seite geht, desto unerträglicher wird es für die anderen. Aber genau deshalb braucht es mehr als "Basteleien" - es braucht einen "großen Wurf"!
dorffburg 09.07.2016
4.
Das Kaspertheater geht also weiter. Wer wählt solche Parteien eigentlich?
Benjowi 09.07.2016
5. Kinder sind die Eckpfeiler des Rentensystems.
Ob das Verfahren sinnvoll ist, kann man drüber streiten. Der Ansatz, Kindererziehung stärker einzubeziehen, ist in jedem Fall vernünftig und seit 60 Jahren überfällig. Es kann nicht sein, dass Jemand, der sechs Kinder erzogen und mit Hochschulabschluss ins Wirtschaftsleben gebracht hat, die wieder um über 6000 Euro ins System einzahlen, sich am Ende mit 600 Euro durchs Leben schlagen muss. Kinder sind im Grunde die Eckpfeiler dieses Systems- wie es im Grunde schon seit Jahrtausenden ist. Das wurde nur durch unser geltendes System mit bekannten Folgen unterdrückt.
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