Nach mehr als 40 Jahren Seehofer freut sich auf das Ende seiner politischen Karriere

Bundesinnenminister Horst Seehofer verabschiedet sich aus der Politik. Ein Grund dafür sei »die Sehnsucht nach Privatheit«. Manche Rede aus der Vergangenheit, sagt er nun, würde er heute nicht mehr so halten.
Horst Seehofer

Horst Seehofer

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Horst Seehofer (CSU) in der Politik aktiv. Mit dem Ende der Legislaturperiode will er sich zurückziehen. Auf seinen bevorstehenden Abschied aus der aktiven Politik freut sich der Bundesinnenminister.

»In der Abwägung überwiegt eindeutig eine Sehnsucht nach Privatheit, nach dieser Freiheit von Terminen und Zwängen«, sagte Seehofer laut einer Vorabmeldung vom Donnerstag dem Magazin der »Süddeutschen Zeitung«. Nach mehr als 40 Jahren in der Politik sei er »eigentlich weit über den Durst«.

Seehofer ist derzeit Bundesinnenminister, war aber auch schon Gesundheits- sowie Landwirtschaftsminister. Zudem war er mehrere Jahre CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident.

Dem SZ-Magazin sagte Seehofer, seine schlechteste Eigenschaft sei »Verführbarkeit, etwa durch Stimmungen«. Er würde heute auch manche Rede nicht mehr halten. »Da schießt mir das Blut in die Wangen.« Dazu zähle etwa die Bemerkung von 2011, sich »bis zur letzten Patrone« gegen die Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren zu wollen.

Als Zäsur in seinem Leben beschrieb Seehofer eine lebensbedrohliche Erkrankung im Jahr 2002, aber auch den Tod seines Vaters 1971. »Das war eine ganz bittere Zeit«, sagte er. Schwierige Lebenssituationen habe er immer allein gemeistert. »Einsam habe ich mich nie gefühlt.« In der Politik aber sei für ihn nun »eine Grenze erreicht«.

Seehofer wird im Juli 72 Jahre alt. Der CSU-Politiker wurde Mitte März 2018 zum Bundesminister für Inneres, Bau und Heimat ernannt. Den CSU-Parteivorsitz hatte er im Januar 2019 aufgegeben, zu seinem Nachfolger wurde Markus Söder gewählt. Auf Bundesebene war Seehofer von 1992 bis 1998 Bundesminister für Gesundheit, von 2005 bis 2008 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. CSU-Bundestagsabgeordneter war er von 1980 bis 2008. Bereits im 2019 hatte Seehofer angekündigt, nach der kommenden Bundestagswahl kein weiteres politisches Amt mehr anzustreben zu wollen.

asc/AFP