Möglicher Rückzug als CSU-Chef Seehofer erwägt Sonderparteitag

CSU-Chef Seehofer will verhindern, dass Finanzminister Söder sein Nachfolger wird - und bereitet sich auf alle Eventualitäten vor. Nach SPIEGEL-Informationen ist eine Halle für einen möglichen Sonderparteitag reserviert.

CSU-Chef Horst Seehofer (CSU) bei der Landesgruppen-Klausur im Kloster Seeon
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CSU-Chef Horst Seehofer (CSU) bei der Landesgruppen-Klausur im Kloster Seeon


CSU-Chef Horst Seehofer hält sich die Möglichkeit eines Sonderparteitags offen, auf dem noch vor der Bundestagswahl ein neuer Parteichef gewählt werden könnte. Eine entsprechende Halle ist nach SPIEGEL-Informationen schon reserviert.

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Heft 2/2017
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Seehofer hatte bereits mehrfach die Möglichkeit ins Spiel gebracht, noch vor Ende seiner regulären Amtszeit den Parteivorsitz abzugeben. "Der CSU-Chef muss künftig in Berlin sitzen", sagte Seehofer auf der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Kloster Seeon. "Es müsste schon der Himmel über Bayern zusammenstürzen, damit ich das wäre." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der vorzeitige Rücktritt vom Parteivorsitz wird im Lager Seehofers als eine Möglichkeit gesehen, den bayerischen Finanzminister Markus Söder als Nachfolger zu verhindern. Söder hat öffentlich erklärt, er werde nicht nach Berlin gehen.

Denkbar wäre, dass der bayerische Innenminister Joachim Herrmann Seehofer ablöst. Es gilt als wahrscheinlich, dass Herrmann im Falle einer erneuten Regierungsbeteiligung der CSU nach der Wahl als Innenminister nach Berlin wechselt.

Ob Seehofer wirklich bereit ist, auf sein Amt zu verzichten, ist allerdings offen. Der Parteichef hat sich in der Vergangenheit mehrfach widersprüchlich zu seinen Absichten geäußert.

Ein Sonderparteitag vor der Bundestagswahl hätte für ihn den Vorteil, dass er aus einer starken Stellung heraus an der Kür seines Nachfolgers mitwirken könnte. Sollte die CSU bei der Wahl schlecht abschneiden, wäre Seehofers Einfluss nur noch gering.

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