Reaktion auf Rücktrittsforderungen Seehofer attackiert seine Kritiker in der CSU

Der Termin galt als Bewährungsprobe für CSU-Chef Seehofer: Auf der Sitzung der Landtagsfraktion seiner Partei hat er jetzt auf Rücktrittsforderungen reagiert.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


CSU-Chef Horst Seehofer hat auf einer Sitzung der Landtagsfraktion die Kritiker in seiner Partei angegriffen. Gleich zu Beginn der nicht öffentlichen Sitzung sei er Abgeordnete und Regierungsmitglieder angegangen, die die aktuelle Personaldebatte betrieben. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und AFP unter Berufung auf Teilnehmer.

Der Ministerpräsident sagte demnach, die CSU setze sich der Lächerlichkeit aus. So könne es nicht weitergehen - die Personaldiskussion gehöre auf den Parteitag. Die CSU befinde sich am Scheideweg - nämlich ob sie regierungsfähig bleibe. Es habe anschließend langen Applaus für Seehofer gegeben, hieß es weiter.

Aus der Fraktion und aus verschiedenen Kreis- und Ortsverbänden waren nach der historischen CSU-Niederlage bei der Bundestagswahl Rücktrittsforderungen an Seehofer laut geworden. Die CSU war bei der Bundestagswahl am Sonntag um 10,5 Punkte auf 38,8 Prozent abgestürzt. Seehofer lehnt einen Rücktritt aber bislang ab.

Bereits vor Beginn des Treffens von Seehofer und der 101-köpfigen Fraktion hatte der CSU-Chef seinen Kritikern vorgeworfen, mit Personaldebatten in erster Linie der gesamten Partei zu schaden. "Der Schaden ist schon entstanden, der ist nicht mehr auszuradieren", sagte er.

"Die letzten zwei Tage waren eine Belastung für die CSU. Das kann man nicht wegdiskutieren", sagte Seehofer. Verglichen mit den anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin sowie der unionsinternen Kursdebatte mit der CDU sei für ihn die Lage in München noch schwieriger.

Trotz der Wahlpleite hält der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber die Verteidigung der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl 2018 weiterhin für möglich. Das sei "natürlich machbar", sagte der frühere Ministerpräsident. "Da geht es ja dann um Bayern: bayerische Themen, die bayerische Entwicklung. Und wir sind ja bundesweit Tabellenführer in vielen Bereichen."

apr/dpa



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