CSU Seehofer lehnt Koalition mit den Grünen ab

Die Union liegt in den Umfragen klar vorne - aber mit wem soll sie nach der Wahl regieren? Die Grünen haben laut CSU-Chef Seehofer ihre Eignung "verspielt". Kanzlerin Merkel sieht das offenbar anders.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


Vor einigen Wochen klang das bei Horst Seehofer noch so: "Natürlich wären die Grünen kein angenehmer Partner. Aber Wahlergebnisse suchen sich ihre Koalitionen", sagte der CSU-Chef. Das war Ende Juni. Ein Bündnis mit der Ökopartei nach der Bundestagswahl? Für Bayerns Ministerpräsident denkbar.

Mittlerweile hat Seehofer seine Meinung jedoch offenbar geändert - oder hält es im Wahlkampf zumindest für nötig, öffentlich auf Distanz zu gehen. "Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zwischen den Zeilen immer wieder angedeutet, man könnte auch mit den Grünen reden, sondieren. Aber das haben die jetzt kräftig verspielt", sagte Seehofer der "Abendzeitung". "Steuererhöhungen, erleichterte Zuwanderung, Verbot von Verbrennungsmotoren, weniger Sicherheit - das können wir nicht machen."

Der bayerische Ministerpräsident fügte hinzu, dass ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen "für die Stabilität dieses Landes nicht ideal" wäre. Dagegen sieht Seehofer die FDP um Parteichef Christian Lindner weiter als einen potenziellen Koalitionspartner. "Der ist auch nicht einfach, aber da gibt es wenigstens in den wichtigsten Punkten Übereinstimmungen."

"Axt an die Wurzel unseres Wohlstands"

Am Wochenende hatte Seehofer bereits das Festhalten am Verbrennungsmotor zur Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung seiner Partei gemacht - eine hohe Hürde für ein mögliches Bündnis mit den Grünen. Die Partei hat ihrerseits den Ausstieg aus Diesel- und Benzinautos als Koalitionsbedingung festgehalten. "Ein Verbot des Verbrennungsmotors legt die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands", hatte der CSU-Chef gesagt.

Ganz anders spricht dagegen Angela Merkel über die Grünen. Zu einer Koalitionsaussage lässt sich die Kanzlerin zwar nicht hinreißen. In einem Interview mit der "taz" äußerte sie sich jedoch auffallend offen zu den Grünen. "Ich stelle mir vor, dass die humane Gestaltung der Globalisierung auch für die Grünen ein spannendes Thema sein kann", sagte sie etwa. Oder: Beim "behutsamen Umgang mit der Schöpfung sehe ich große Nähe zu meinen Überzeugungen in der CDU".

CDU und CSU liegen in Umfragen zur Bundestagswahl deutlich vorne. Bei der Regierungsbildung sehen Meinungsforscher derzeit Mehrheiten für eine Neuauflage der großen Koalition mit der SPD sowie für Jamaika. Möglicherweise könnte die Union nach der Wahl am 24. September auch knappe rechnerische Mehrheiten für Zweierbündnisse mit den Grünen beziehungsweise der FDP erzielen.

kev/AFP/dpa

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