CSU im Wahlkampf Herrmann sieht in Guttenberg keine Konkurrenz

Guttenberg ist als CSU-Wahlkämpfer im Einsatz, nach SPIEGEL-Informationen will Parteichef Seehofer sowohl ihn als auch Herrmann nach Berlin schicken. Letzterer betont nun, von Konkurrenz könne keine Rede sein.

Joachim Herrmann
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Joachim Herrmann


Sechs Jahre nach der Plagiatsaffäre macht Karl-Theodor zu Guttenberg wieder Wahlkampf für die CSU. Ende August hatte er seinen ersten Auftritt, als er für seine Partei im oberfränkischen Kulmbach auf der Bühne stand. Danach war er bei "Anne Will" und im Bierzelt beim politischen "Gillamoos" im niederbayerischen Abensberg zu Gast. Weitere Reden in Bayern sollen folgen, an diesem Montagabend wird Guttenberg beispielsweise in Moosburg erwartet.

Spitzenkandidat der CSU für die Bundestagswahl ist aber Joachim Herrmann. Auf die Frage, ob Guttenberg ihm im Wahlkampf die Show stehle, sagte Herrmann nun der Zeitung "Welt": "Von Show kann keine Rede sein. Das ist keine Solonummer von Guttenberg, sondern alles mit der CSU abgesprochen. Und er macht eine sehr gute Figur."

Guttenberg war nach der Plagiatsaffäre 2011 von allen politischen Ämtern zurückgetreten und in die USA gezogen. Als Wahlkämpfer für die CSU ist der 45-Jährige nun aber sehr gefragt. Parteichef Horst Seehofer erwägt laut SPIEGEL-Informationen, nach einem möglichen Unions-Sieg bei der Bundestagswahl sowohl Herrmann als auch Guttenberg in die nächste Bundesregierung zu entsenden (lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL).

"Guttenberg spielt in einer eigenen Liga", sagte Seehofer. Der 45-Jährige hat bislang nicht erkennen lassen, ob er eine Rückkehr in die Politik plant. Vertraute erzählen aber, dass er sich unbedingt rehabilitieren will.

Herrmann sagte in dem Zeitungsinterview, er sehe in dem Wahlkampfeinsatz Guttenbergs keine Konkurrenz. Auf die Frage, ob Guttenberg der heimliche Spitzenkandidat sei, sagte Herrmann: "Guttenberg ist überhaupt kein Kandidat. Er hat momentan seinen Lebensmittelpunkt in den USA. Ich freue mich, dass er uns im Wahlkampf unterstützt, und er kommt ja auch gut an."

aar

insgesamt 8 Beiträge
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INGXXL 11.09.2017
1. Wenn gutenberg
anstelle von Dobrint nach Berlin geht ist das ein Fortschritt. Hat zwar mal ein bisschen viel Abgeschrieben aber wer hat das in der Penne nicht mal gemacht?
schwerpunkt 11.09.2017
2.
Zitat von INGXXLanstelle von Dobrint nach Berlin geht ist das ein Fortschritt. Hat zwar mal ein bisschen viel Abgeschrieben aber wer hat das in der Penne nicht mal gemacht?
In der Tat, allerdings ist das kein Kompliment an Herrn von Guttenberg, sondern eine deutliche Aussage über die Qualität des Herrn Dobrindt. Es wäre ja bereits eine Verbesserung gegenüber Herr Dobrindt, wenn Spongebobb Schwammkopf an dessen Stele nach Berlin ginge.
mundi 11.09.2017
3. Chapeau
In seiner kurzen Karriere hat zu Guttenberg Beachtliches geleistet. Als Wirtschaftsminister verhinderte er eine Subventionierung von General Motors mit deutschen Steuergeldern gegen den Druck der Gewerkschaften, die Opel, die Tochter von GM, vor einer absehbaren Pleite retten wollten. Dann setzte er die allgemeine Wehrpflicht aus, sie bereits Jahrzehnte bei allen Parteien umstritten war, nur keiner hat sich getraut. So könnte sogar Martin Schulz sagen: Chapeau!
vonschnitzler 11.09.2017
4. Würde Guttenberg die Konkurrenz suchen
wäre sie sicher auch schnell vorbei. Einen Gegener wie Hermann steckt auch Guttenberg locker in die Tasche....
kael 11.09.2017
5. Noch lange nicht so weit
Guttenberg ist in den Augen einer großen Wählermehrheit noch lange nicht rehabilitiert. Das wird er auch wissen und sich danach verhalten. Er wird folglich alles vermeiden, was ihn zur Zeit national wieder ins Gespräch rücken könnte. Dass seine Zeit kommen wird, ist klar. Aber nicht jetzt.
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