Parteitag in München Söder mit 87,4 Prozent zum CSU-Chef gewählt

Markus Söder ist am Ziel: Die CSU hat den bayerischen Ministerpräsidenten zu ihrem neuen Parteichef gewählt. Der Nachfolger von Horst Seehofer erhielt 87,4 Prozent der Stimmen.

REUTERS

Markus Söder ist neuer Vorsitzender der CSU. Auf dem Sonderparteitag in München wurde der bayerische Ministerpräsident mit 87,4 Prozent der Stimmen in das neue Amt gewählt.

Zuvor hatte Söder in seiner Bewerbungsrede eine neue Einigkeit mit der Schwesterpartei CDU beschworen - und seinen Vorgänger Horst Seehofer als Ehrenvorsitzenden der Partei vorgeschlagen. Der amtierende Bundesinnenminister solle dieses Ehrenamt neben den früheren Parteichefs Theo Waigel und Edmund Stoiber bekleiden.

Der 52-jährige Söder erzielte mit 87,4 Prozent zwar ein besseres Ergebnis als Seehofer bei seiner jüngsten Wiederwahl 2017, schnitt allerdings schwächer ab als Seehofer bei seiner ersten Wahl im Oktober 2008. Seehofer hatte damals 90,3 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereint. 2017 waren es 83,7 Prozent.

Söder attackiert AfD und Grüne

Söder griff in seiner Rede vor allem die AfD und die Grünen scharf an. Bei den AfD-Anhängern handele es sich nicht um verwaiste oder enttäuschte Konservative. Tatsächlich sei die AfD auf dem Weg in den Rechtsextremismus: "Ich glaube, große Teile, wachsende Teile der AfD sind kein Fall fürs Parlament, sondern für den Verfassungsschutz", sagte er.

Stimmenfang #82 - Söder beerbt Seehofer: Macht die CSU jetzt noch mehr Ärger?

Bei den Grünen attackierte Söder deren Vorsitzenden Robert Habeck nach seinem angekündigten Rückzug von Twitter. "Die Grünen geben sich gerne als Moralapostel, aber halten sie ihre Ansprüche?", fragte Söder. Nicht das Medium Twitter sei das Problem, Habeck solle vielmehr seine Einstellung überdenken. Dabei bezog sich Söder auf Tweets von Habeck, in denen dieser die Demokratie in Bayern und Thüringen angezweifelt hatte.

"Bayer wird man nicht nur durch Geburt"

Söder will künftig mehr um Migranten als Wähler werben. "Lasst uns die auch ansprechen", sagte er. "Bayer wird man nicht nur durch Geburt, sondern durch Einstellung und Überzeugung." Insgesamt müsse sich die CSU neue Milieus in Großstädten erschließen, wo sie bei den vergangenen Wahlen viele Anhänger an die Grünen verloren hatte.

Zugleich mahnte er in München auch an, die CSU müsse weiter bodenständige Volkspartei bleiben. "Die CSU war nie die Partei der Prosecco-Trinker, sie war immer die Partei der Leberkäs-Etage", sagte Söder.



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dop/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
olli47 19.01.2019
1. Was ist denn das....
.... für ein Schwachsinn? "Die CSU war nie die Partei der Prosecco-Trinker, sie war immer die Partei der Leberkäs-Etage". Er will sich "neue Milieus" erschließen, diffamiert sie aber erst einmal. Sogenannte "Prosecco-Trinker". Und wir haben einen amtierenden Innenminister aus der "Leberkäs-Etage". Vielleicht ist es doch gut, dass es die CSU nur in Bayern gibt.
Karsten Kriwat 19.01.2019
2. Die Pro-EU-Partei CSU?
Komisch eigentlich, dass ausgerechnet immer die CSU "populistische" Sprüche gegen die EU und Brüssel geklopft hat. Jetzt aber, wo Manfred Weber Kommissions-Präsident in Brüssel werden kann, gibt sich die CSU plötzlich ganz EU-freundlich. Ein durchschaubares Spiel, das wohl vor allem der AfD und NPD bei rechten Wählern bei der Europawahl am 26. Mai nutzen wird. Aber schaun mer mal, was die CSU dann bei der nächsten Euro-Krise wieder mal vom Stapel lässt... Dann fordern sie wieder den Dexit...
Haarfoen 19.01.2019
3. Heiße Luft ...
Auf Bayern 2 / Radiofunk wurde vor kurzer Zeit eine Analyse ausgestrahlt, was von Herr Söder politisch so postuliert und was real davon umgesetzt wird. Die Bilanz ist ausgesprochen dürftig, als Finanzminister von Bayern hat er völlig versagt. Söder ist ein aggressiver "Dampfplauderer", der zu eigenen Selbstzwecken polarisiert. Man erinnere sich an den Unfug in Sachen faule Griechen oder Asyltourismus. Wie man wohl Bayer durch Einstellung oder Überzeugung wird? Und wer entscheidet das eigentlich? So einen Krampf, so einen ausgemachten Schmarrn kann nur der Söder daherschwafeln ...
pjotrmorgen 19.01.2019
4. Das Übliche: Bayernbashing auf allen Kanälen
Zitat von HaarfoenAuf Bayern 2 / Radiofunk wurde vor kurzer Zeit eine Analyse ausgestrahlt, was von Herr Söder politisch so postuliert und was real davon umgesetzt wird. Die Bilanz ist ausgesprochen dürftig, als Finanzminister von Bayern hat er völlig versagt. Söder ist ein aggressiver "Dampfplauderer", der zu eigenen Selbstzwecken polarisiert. Man erinnere sich an den Unfug in Sachen faule Griechen oder Asyltourismus. Wie man wohl Bayer durch Einstellung oder Überzeugung wird? Und wer entscheidet das eigentlich? So einen Krampf, so einen ausgemachten Schmarrn kann nur der Söder daherschwafeln ...
Die meisten Foristen haben offenbar nur geringstmögliche Kenntnisse von den realen Verhältnissen in Bayern. Man muss kein Freund der CSU sein, um rasch zu erkennen, dass grötenteils die absurdesten Fehlvorstellungen über die Republik Bayern herrschen (ja Freistaat heißt nichts anderes als Republik). Kein CSU-Politiker hat zum Beispiel von einem "Dexit" oder gar "Bayxit" fantasiert wie Forist Karsten Kriwat meint. Das ist ganz allein die Domäne der AfD. Söders Bilanz als Finanzminister war keineswegs dürftig oder gar ein Versagen. Ganz im Gegenteil hat er wie praktisch alle seine Vorgänger seit den 2000er Jahren ausgeglichene Haushalte ohne Neuverschuldungen vorgelegt und im wesentlichen eingehalten. Wie schon seit vielen Jahrzehnten schenkt das wirtschaftsstarke Bayern immer noch viele Milliarden an die schlecht wirtschaftenden nördlichen und östlichen Bundesländer her. Ohne Bayern und baden-Württemberg wären diese Länder geradezu Armenhäuser, vergleichbar nur manchen ost- und südeuropäischen Eu-Ländern.
ahloui 19.01.2019
5. Meine Güte...
was für ein Brimborium.... Meint den hier wirklich jemand, dass es ausserhalb Bayerns jemanden interessiert, wer in Bayern nun Häuptling ist. Das ganze Theater und abgekartete Spiel nervt nur noch!
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