CSU-Parteivorsitz Gauweiler schlägt Mitgliederbefragung vor

Die Mitglieder sollten entscheiden: CSU-Querkopf Gauweiler spricht sich dafür aus, die Parteibasis über den neuen Vorsitzenden abstimmen zu lassen. Dann könne auch Stoiber sich erneut zur Wahl stellen, sagt Gauweiler.


Hamburg - Durch eine solche Urwahl ließe sich laut Gauweiler die gegenwärtige "Führungskrise" lösen, schreibt er in einer Kolumne für den "Münchner Merkur". Dabei solle jeder antreten können, der sich für das Amt des CSU-Chefs geeignet halte - dies gelte auch für den amtierenden Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Die CSU rede schon viel zu lange über mehr plebiszitäre Elemente, glaubt Gauweiler, tue aber nichts dafür. Einen ähnlichen Vorschlag hatte bereits die sogenannte Parteirebellin Gabriele Pauli gemacht. Doch der Urwahl-Antrag der Fürther Landrätin war vom CSU-Vorstand abgelehnt worden.

CSU-Mann Gauweiler: Auch Stoiber sollte bei der Urwahl antreten
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CSU-Mann Gauweiler: Auch Stoiber sollte bei der Urwahl antreten

Bislang ist geplant, dass auf dem Parteitag im September über den CSU-Vorsitz abgestimmt wird. Derzeit liefern sich Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer einen offenen Machtkampf um den Posten als Nachfolger des scheidenden Parteichefs Stoiber.

Hubers derzeitige Favoritenrolle führt Gauweiler maßgeblich auf die familiären Probleme Seehofers zurück, dessen Geliebte vor kurzem ein Kind zur Welt brachte. "Wenn Huber jetzt, von den Ordnungsmächten der Partei ausgekartelt, zum Stoiber-Nachfolger als Parteichef gekürt wird, wird er mit einem Makel gekürt: Dass er unter anderen Umständen nur zweiter Sieger geworden wäre", schreibt Gauweiler. Seehofer sei schließlich "ein herausragender Politiker".

flo/ddp/dpa



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