CSU-Programmdebatte Abgeordnete murren gegen geplante Anerkennung von Homo-Ehen

Die CSU-interne Debatte um das neue Grundsatzprogramm nimmt an Schärfe zu. Acht Bundestagsabgeordnete machen Front gegen die geplante Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Vor allem Adoptionen durch homosexuelle Paare stoßen auf Unmut.


Hamburg/Passau - Seit Monaten ringt die CSU um ihr neues Grundsatzprogramm. Bis zur endgültigen Fassung, die auf einem Parteitag im Herbst 2007 vorgestellt werden soll, sind vor allem in der Familienpolitik noch viele Streitpunkte beizulegen. Am Montag will Alois Glück als Vorsitzender der Grundsatzprogrammkommission den Entwurf des familienpolitischen Teils vorlegen.

Schwules Pärchen in München: In der CSU stößt die geplante Anerkennung von Homo-Ehen auf Kritik
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Schwules Pärchen in München: In der CSU stößt die geplante Anerkennung von Homo-Ehen auf Kritik

Laut dem Acht-Seiten-Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, will die CSU zwar die "rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit der Ehe" sowie ein Adoptionsrecht weiterhin ablehnen. Doch die Partei "anerkennt, wenn in diesen Partnerschaften Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen".

Gegen diese De-facto-Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften regt sich jetzt Widerstand in der Partei. "Aus guten Gründen hat das Grundgesetz die Familie und Ehe privilegiert und eine Ausweitung des Privilegs auf homosexuelle Lebensgemeinschaften ausgeschlossen", zitiert die "Passauer Neue Presse" eine Erklärung von acht CSU-Bundestagsabgeordneten mit dem Titel "Familie und Zukunft". Darin heißt es, die Diskriminierung anderer Lebensgemeinschaften sei zwar abzulehnen. Die Adoption durch homosexuelle Paare diene jedoch nicht dem Wohl der Kinder.

Kinder bräuchten Vater und Mutter in unterschiedlichen Geschlechterrollen, argumentieren die Autoren. Die CSU brauche ein Leitbild, "das Modernität nicht mit Angepasstheit an den Zeitgeist verwechselt". Die bloße Beschreibung der Realität habe wenig Zukunftsweisendes.

har/AP



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