CSU und FDP-Forderung Ältere sollen höhere Krankenkassenbeiträge zahlen

Ältere Menschen sollten höhere Krankenkassenbeiträge bezahlen, fordern Nachwuchspolitiker von CSU und FDP. Derzeit zahlten nur die Jungen die Kosten der demografischen Entwicklung, begründen sie ihren Vorstoß.

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Berlin - Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV) Andreas Köhler hatte kürzlich in einem Interview gefordert, dass die bisherigen einkommensabhängigen Kassenbeiträge der Arbeitnehmer durch unterschiedliche - risikoabhängige - Tarife ersetzt werden sollten. Ältere und Kranke müssten mehr zahlen als Junge und Gesunde, hatte Köhler erklärt, sonst seien die Folgen der gesellschaftlichen Altersentwicklung nicht finanzierbar.

Pfleger, älterer Patient: Höhere Krankenkassenbeiträge?
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Pfleger, älterer Patient: Höhere Krankenkassenbeiträge?

Generell Kranke stärker zur Kasse zu bitten, lehnt Bayerns JU-Chef Manfred Weber zwar ab. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sagte er aber, ältere Menschen müssten einen spürbar höheren Beitrag als bislang leisten. "Es geht darum, die Kosten vernünftig zu verteilen", sagt der Chef der CSU-Nachwuchsorganisation. Einen konkreten Prozentsatz der Beitragserhöhung nannte er aber nicht.

Derzeit würde die junge Generation "doppelt bezahlen". Zum einen für die Versorgung der Älteren, zum anderen müssten sie sich für ihre eigene Absicherung im Alter Rücklagen aufbauen. Bei den jetzigen Ruheständlern sei dies nicht der Fall gewesen. Es gehe ihm nicht um einen Konflikt zwischen "Jung und Alt", das jetzige System müsse aber grundlegend verändert werden.

Der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, bezeichnete die Vorschläge Köhlers im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE als "vom Prinzip her richtig". Um "Generationengerechtigkeit" zu schaffen sei es sinnvoll "risikoabhängige Prämien" einzuführen. "Es ist in Ordnung, dass jemand der häufiger krank ist, auch höherer Beiträge zahlt". Vogel weiter: "Und natürlich produziert jemand im Alter höhere Gesundheitskosten, als in jungen Jahren. "

"Endziel" müsse aber die Umstellung auf ein privates Krankenversicherungsmodell sein. Der FDP-Nachwuchspolitiker betont, dass es bei dem System Ausnahmen für "große Lebensrisiken wie etwa Herzfehler" geben werde. Zudem müsste die medizinische Versorgung der "sozial Schwachen" gewährleistet sein.

Vogel und Weber halten es für unehrlich, dass zahlreiche Politiker der großen Koalition die Köhler-Forderungen umgehend verworfen hatten. "Da kann ich nur den Kopf schütteln", sagt Weber.

Bei Nachwuchspolitikern von SPD und Grünen stoßen die Pläne auf Ablehnung. "Meine jungen Kollegen äußern ein menschenverachtendes Bild von Politik der Politik", so der Juso-Bundeschef Björn Böhning. JU-Bundesvorsitzender Philipp Mißfelder wollte die Pläne Köhlers gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren. Er musste 2003 heftige Kritik seitens der Medien und von Kollegen einstecken, als er alten Menschen das Recht auf künstliche Hüftgelenke absprach.

Auch bei Unions-Experten waren Köhlers Ideen auf wenig Gegenliebe gestoßen: Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Annette Widmann-Mauz hatte die KBV-Vorschläge bereits am Montag abgelehnt. "Herr Köhler lässt außer Acht, dass die Versicherten unverschuldet Risiken in sich tragen", so Widmann-Mauz.

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Streitfrage Krankenkassenbeiträge

Das Ende der Solidargemeinschaft: Sollten ältere und kranke Menschen höhere Krankenkassenbeiträge zahlen als junge und gesunde?



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KlausD, 12.04.2005
1. Ja......
..so sind deutsche unternehmer. Es ist zum kot....was hier passiert und schadet unserem system immer mehr. Mir kommt das so or als wenn die unternehmer mit aller macht am sturz (abwahl) unserer regierung arbeitet. Aber auch die regierung läßt sich vorführen und sollte aus meiner sicht druck machen. Danke
boerneli, 13.04.2005
2.
Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden, die waren noch nie auf deren Seite. Eine schwarz-gelbe Regierung wird denen jeden Wunsch erfüllen. Für die Gesundheit heißt das alles macht der Markt und die Patienten dürfen noch viel mehr draufzahlen. Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt und jeder bezahlt den vollen Beitrag selber und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. Hier in Hamburg macht es die CDU-Alleinregierung schon vor. Die städtischen Krankenhäuser wurden mit Gewalt privatisiert, eben weil der Markt die Dinge am besten regelt, so wie die meinen und gerade wurde eine schicke Luxusklinik für die CDU-Privatpatientenklientel eröffnet, so sieht es aus das schicke Gesundheitssystem der Zukunft.
Ulrich lr., 22.04.2005
3. D
---Zitat von boerneli--- Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden ---Zitatende--- Stimmt. Wer will das nicht! ---Zitat von boerneli--- die waren noch nie auf deren Seite. ---Zitatende--- Stimmt nicht: z. B. Bei der Hartz IV-Reform, bei der jeder weiß, wem sie schadet, und kaum jemand zu finden ist, dem sie nützt, da waren die Wirtschaft und ihre Führer fest an der Seite unserer rot-grünen Regierung. ---Zitat von boerneli--- Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt [...]und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. ---Zitatende--- Den ersten Schritt dazu hat nicht etwa "Schwarz" oder "Gelb", sondern Rot-Grün getan - unter Federführung einer grünen leicht übergewichtigen Kettenraucherin, die zufällig gerade Gesundheitsministerin war: Dank Rot-Grün sind die Krankenkassen jetzt schon für Ältere ab 55 als Neuzugang gesperrt. Wer sich die teuren Privaten nicht mehr leisten kann, der ist dann eben nicht versichert, wie Sie richtig bemerken. Und die Zahl der Unversicherten wächst unter Rot-Grün unaufhaltsam, wie wir aus dem "Spiegel" wissen. Um aufs Forum-Thema zurückzukommen: Den unversicherten Patienten bleibt dann tatsächlich nichts weiter übrig als zu sparen.
Rainer Helmbrecht 22.04.2005
4.
---Zitat von Ulrich lr.--- Die niedergelassenen Ärzte "empfangen" nur 15 bis 16% der Kassenbeiträge. Der Rest (84 bis 85%!) fließt woanders hin. Kurz die bösen Kassenärzte sind vergleichsweise ein eher kleiner Kostenfaktor. Selbst wenn die Kassenärzte alle ganz umsonst arbeiten würden, würde der AOK-Beitrag von 14% gerade mal auf 11,8-11,9% sinken. Das bieten BKKn jetzt schon. Und? ---Zitatende--- Hallo Ulrich, dieser Beitrag ist aus dem "alten" Forum und wohl etwas untergegangen, weil das Forum "erneuert" wurde. Als ich das las dachte ich, der SpOn würde sich ein neues Internetportal anschaffen müssen, aber ........nix. Wirklich gute Erklärungen für Mißwirtschaft, werden wie Gott gewollt hingenommen. Sind wir nur noch Zuschauer unseres eigenen Lebens? Oder ist die Frage eines neuen Papstes, oder Ex Papstes so lebensbestimmend, daß solche "Kleinigkeiten" wie ein paar Milliarden, darunter untergehen? Ich jedenfalls war elektrisiert.
Volkhard Ehlert, 24.04.2005
5. Unser System ist schlecht und wird falsch finanziert
---Zitat von sysop--- Vier Milliarden Euro Überschüsse bei den Krankenkassen, aber keine Beitragssenkungen in Sicht. Krankenkassen-Vorstände und Ärzte-Verbandsfunktionäre genehmigen sich hohe Gehälter und Zusatzeinkommen. Sind die Kassen und Verbände zu Selbstbedienungsläden für Geschäftführer und Funktionäre verkommen? Oder sind die Manager-Gehälter angesichts ihrer großen Verantwortung gerechtfertigt? ---Zitatende--- Wir dürfen nicht nur immer an Symptomen eines grundsätzlich schlechten Systems korrigieren, sondern müssen es ggfs. neu aufstellen. Zum Beispiel schadet die die deutsche komplette Finanzierung unseres teuren Gesundheitssystems über die Arbeitskosten unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei den Herstellkosten globaler Produkte. Diese Kosten haben mit dem Herstellkostenprozeß eines Produktes - den es kostenmäßig durch den Unternehmer zu minimieren gilt - nichts zu tun. Zumindest der Teil der Kosten, den wir als Absicherung unseres Sozialstaates uns leisten wollen und den wir als Staatsaufgabe ansehen, gehört mehrwertsteuerfinanziert.
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