Autobauer ändert Kurs Daimler streicht sämtliche Parteispenden

Daimler spendete pro Jahr Summen im sechsstelligen Bereich an Parteien. Damit soll nun Schluss sein. Der Autobauer will lieber Projekte in Bildung, Wissenschaft und Naturschutz unterstützen.
Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) 2018

Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) 2018

Foto: RONALD WITTEK/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Allein im vergangenen Jahr flossen 320.000 Euro vom Autokonzern Daimler an deutsche Parteien. Davon erhielten CDU und SPD jeweils 100.000 Euro, an die Grünen, CSU und FDP gingen je 40.000 Euro.

Mit diesen Parteispenden soll es jetzt vorbei sein. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Daimler-Sprecher schrieb, habe das Unternehmen dieses Jahr alle Spenden gestrichen. Ein Daimler-Sprecher sagte der Zeitung: "Wir haben beschlossen, in diesem Jahr den Schwerpunkt bei Projekten aus den Bereichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft, Kunst und Kultur zu setzen."

Die Entscheidung, so der Sprecher, sei unabhängig von aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignissen getroffen worden. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte Daimler die Meldung.

Die Entscheidung wurde vom Vorstand mit Dieter Zetsche an der Spitze getroffen. Im Mai wird Ola Källenius diese Position übernehmen. Wie Ende der Woche bekannt wurde, plant der neue Chef angesichts hoher Entwicklungsausgaben, wohl massiv Kosten zu sparen. Das Sparprogramm werde nach Informationen des manager magazin vermutlich mit einem massiven Personalabbau einhergehen. Mittelfristig sei ein Wegfall von 10.000 der zuletzt knapp 300.000 Stellen denkbar.

cbu/dpa
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