Daniel Cohn-Bendit über die Grünen-Spitze "Ich halte Habeck für den Besseren"

Wie sollen die Grünen die "Fridays for Future"-Bewegung für sich nutzen? Und wer sollte ihr Kanzlerkandidat werden? Hier erklärt der ehemalige Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit, was er von seiner Partei erwartet.
Daniel Cohn-Bendit

Daniel Cohn-Bendit

Foto: Ulrich Baumgarten/ U. Baumgarten via Getty Images

SPIEGEL: Herr Cohn-Bendit, wie viele Enkel haben Sie? 

Cohn-Bendit: Ich habe eine Enkelin, und ein zweiter Enkel ist im Anmarsch.

SPIEGEL: Können Sie als Großvater etwas anfangen mit dem Begriff "Umweltsau"?

Cohn-Bendit: Ich könnte schon noch mehr machen, aber ich habe auch schon einiges verändert. Sagen wir so: Ich bin weder Umweltsau noch Umweltengel.

SPIEGEL: Die Pöbelei des WDR, die im Augenblick die Gemüter erregt, lässt Sie kalt. 

Cohn-Bendit: Das Ganze hat doch Schulhofniveau. Ein Kinderchor singt, ein Comedian macht sich lustig über Greta – und alle regen sich auf. Sehr albern, das alles – und mir herzlich wurscht.

SPIEGEL: Sie ärgern sich also nicht, wenn "Fridays for Future"-Anhänger twittern, dass Sie sich nicht mehr einzumischen brauchen, weil es Sie eh bald nicht mehr gibt?

Cohn-Bendit: Was mich ärgert, ist, dass all das plötzlich zur öffentlichen Auseinandersetzung aufgeblasen wird. Dabei gäbe es wahrhaftig wichtige Debatten in diesem Land, die wir führen sollten. Die werden aber dauernd überlagert von der Pseudoerregung über Belanglosigkeiten. Über die nun witzige oder nicht witzige Umwidmung eines Kinderlieds kann jeder für sich zu Hause befinden.

SPIEGEL: Immerhin hat sich der WDR-Intendant recht flott dafür entschuldigt, "ohne Wenn und Aber"; das klingt zumindest, als wäre tatsächlich etwas vorgefallen.

Cohn-Bendit: Mit Verlaub, diese Entschuldigung ist idiotisch. Um was geht es hier? Um Nichtigkeiten! Im Zeitalter der sozialen Medien besteht die Aufgabe von Journalisten darin, die Diskussionsebene zu heben und nicht etwa darin, auf Twitterniveau mit einzusteigen. Wenn die "Bild"-Zeitung so blöd sein will wie Twitter, na gut. Mehr denn je geht es darum, luzide zu differenzieren, zwischen einem Kinderlied, der Äußerung eines Kabarettisten ...

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