Ministerpräsident Günther "Ich gehöre nicht zu denen, denen besonders wichtig ist, was aus Friedrich Merz wird"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, "die Wählerschaft in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen". Ihm sei nicht wichtig, was aus Friedrich Merz werde.

Daniel Günther ist seit 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Er gewann überraschend die Landtagswahl
Carsten Rehder / DPA

Daniel Günther ist seit 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Er gewann überraschend die Landtagswahl


Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, hat in einem Interview mit der "Welt" gesagt, was aus dem Ex-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz werde, sei ihm nicht wichtig. "Ich gehöre nicht zu denen, denen besonders wichtig ist, was aus Friedrich Merz wird", sagte er.

Von Vertretern der Wirtschaft und Teilen der CDU wird seit Wochen scharfe Kritik an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geübt. Viele Marktliberale wünschen sich Friedrich Merz als Wirtschaftsminister. Merz hatte im vergangenen Dezember die Wahl zum Parteivorsitzenden gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK, nur knapp verloren.

AKK soll "Wählerschaft in den Mittelpunkt ihres Handelns" stellen

In den vergangenen Monaten hatte AKK versucht, den konservativen Flügel der CDU zu beruhigen. Sie forderte Grenzschließungen als Ultima Ratio, und erteilte den EU-Reformplänen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in vielen Punkten eine Absage. Liberale CDU-Politiker kritisierten, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die CDU nach rechts rücke.

Günther sagte, Kramp-Karrenbauer habe es als ihre Aufgabe begriffen, die Partei wieder zusammenzuführen. Das sei richtig gewesen. "Ich gehe davon aus, dass sie jetzt die nächste Stufe zündet und die Wählerschaft in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt, nicht einzelne Teile der Partei", sagte er.

Kramp-Karrenbauers Beliebtheitswerte waren zuletzt zurückgegangen.



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insgesamt 113 Beiträge
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im_ernst_56 gestern, 07:45 Uhr
1. Grüner wird's nicht
Daniel Günther ist der Gegenpol zu AKK, deren Kurs ihm kaum gefallen dürfte. Allerdings frage ich mich bei Herrn Günther immer, worin denn die CDU sich - aus seiner Sicht - noch von den Grünen unterscheiden soll. Grüner als bei Herrn Günther wird es in der CDU nicht. Das kann aber auch nicht die Lösung sein.
drent gestern, 07:54 Uhr
2. Was aus Herrn Günther wird,
ist sehr vielen Leuten auch nicht besonders wichtig.
peterhellmold gestern, 08:03 Uhr
3. sonnenklar
. . . es ist doch sonnenklar, dass Merz nicht ohne seine bereits unmittelbar nach seiner damaligen Wahl zum Fraktionsvorsitzenden evidenten Ambitionen in ein Kabinett AKK eintreten würde: er würde wie ein Karnivore nach aussen scheinheilig Solidarität bekunden, und nach innen, vergleichbar Schäubles "Loyalität' gegenüber der Kanzlerin, AKKs Position - ge-back-ed durch die 'Filbinger-Öttinger-Fraktion' - unterminieren um dann im geeigneten Moment zuzugreifen - natürlich nur aus einem einzigen altruistischen Grunde: um die Republik zu retten ! Es bleibt zu hoffen, dass Leute wie Daniel Günther Gewicht in ihrer Partei behalten. Dr Peter Hellmold, Lugala, Tanzania
habel gestern, 08:08 Uhr
4. Moin,
wenn man den Artikel so liest... also, ich habe irgendwie so den Eindruck, das es eigentlich recht egal ist, was überhaupt aus irgendeinem der CDU wird... Und die Aussage: "... ma solle die Wählerschaft in den Mittelpunkt stellen..." Wo kommen wir denn da hin?? Jetzt ist aber gut.
s.l.bln gestern, 08:12 Uhr
5. Tatsächlich hat man derzeit den Eindruck...
...daß die Union eher um sich selbst kreist als um die werte Wählerschaft. Wenn man an Merkel was Positives finden will, dann wäre es wohl der Umstand, daß ihr strategischer Zweckopportunismus sich um die Parteiinteressen wenig scherte und sich rein an der öffentlichen Meinung orientierte, wodurch der gefühlte Wille der Mehrheit irgendwie zum Tragen kam. Das war lange Zeit ihr Erfolgskonzept. Von AKK sehen wir bislang nur, daß sie sich abmüht, die Befindlichkeiten der verschiedenen Parteiflügel zu bedienen. Ansonsten wär Merz bereits wieder in der Versenkung verschwunden, wo er auch hingehört. Vielleicht ändert sich das, wenn/falls sie mal als Kanzlerin fester im Sattel sitzt. Oder auch nicht.
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