[M] Ulrich Baumgarten/ Getty Images; Peter Rigaud/ DER SPIEGEL

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Das Thema des Tages: Die Kanzlerin zieht Bilanz

Angela Merkel regiert als Bundeskanzlerin in ihrer vierten Amtszeit. 30 Jahre nach dem Mauerfall könnte sie bald Helmut Kohl als am längsten amtierenden Bundeskanzler einholen. Als die Mauer fiel, war sie 35 Jahre alt. Mehr als die Hälfte ihres Lebens verbrachte die nun 65-Jährige in der DDR. Und zu Beginn ihrer politischen Karriere war sie gleich vierfach Minderheit in der CDU: jung, weiblich, protestantisch und ostdeutsch. Dazu promovierte Physikerin.

Im SPIEGEL-Interview zieht die Kanzlerin eine Bilanz der innerdeutschen Beziehungen, spricht von der Bedeutung, die der 9. November 1989 und die Folgen für ihr Leben hatten, und über politische Fehler. Und sie erinnert sich an ihren frühen Traum von einer USA-Reise - den hätte sie sich allerdings auch ohne Mauerfall erfüllen können: "In der DDR gingen die Frauen mit 60 in Rente, ich hätte mir also schon vor fünf Jahren meinen Reisepass abgeholt und wäre nach Amerika gereist. Rentner hatten ja Reisefreiheit in der DDR - wer als sozialistischer Erwerbstätiger nicht mehr gebraucht wurde, durfte raus."

Hier finden Sie das komplette Interview mit der Bundeskanzlerin.

Doch was folgt, wenn Unzufriedenheit in Wut umschlägt? Muss es nicht gerade für Merkel bitter sein, dass in ihrer Amtszeit die AfD in Ostdeutschland so stark geworden ist? "Wir leben in Freiheit, die Menschen können sich entsprechend äußern und wählen", sagt die Kanzlerin. Zum Aufbegehren der DDR-Bürger gegen das Regime sagte sie, auch "in Westdeutschland lebten nicht nur Mutbolzen." Einen Auszug aus dem Interview, in dem Merkel vor "Hass und Verachtung" warnt, finden Sie hier.

Mein Kollege Florian Gathmann beschreibt, welchen Eindruck Kanzlerin Merkel während des Interviews auf ihn machte - und wie sich ihre Sichtweisen zum Ende ihrer Kanzlerschaft verändern. Das Video.

Spätsommer 1989: Kurz vor dem Mauerfall reist Angela Merkel (r.) mit ihrem späteren Ehemann Joachim Sauer nach Polen
Bogumil Jeziorski/ AFP

Spätsommer 1989: Kurz vor dem Mauerfall reist Angela Merkel (r.) mit ihrem späteren Ehemann Joachim Sauer nach Polen

Außerdem empfehle ich Ihnen unsere Fotostrecke mit Stationen aus dem Leben der Kanzlerin - ein Stück Zeitgeschichte zwischen Uckermark und Kanzleramt.

Die Zahl des Tages: 50.000

Bis 2022 sollen in Deutschland 50.000 neue Ladestationen für Elektroautos entstehen. Das versprach Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach dem Autogipfel in Berlin.

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News: Was Sie heute wissen müssen

  • Verfassungsrichter kippen harte Hartz-IV-Sanktionen: Erstmals entschieden sie über Leistungskürzungen für Bezieher von Arbeitslosengeld II. Nach Ansicht der Richter sind einige Sanktionen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Das Urteil.
  • Lebenserwartung in Deutschland steigt leicht: Wie alt ein neugeborenes Kind in Deutschland wird, hängt laut Statistik auch davon ab, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist - und in welchem Bundesland es zur Welt kommt. Das Statistische Bundesamt berichtet.
  • So viel kostet Autofahren: Auch Radfahrer und ÖPNV-Nutzer zahlen für den Autoverkehr - für Lärm, Schmutz und Unfälle. Wie viel die Allgemeinheit zuschießt, zeigt der Mobilitätsatlas.
  • Katalonien-Konflikt: In Spanien hat das Oberste Gericht lange Freiheitsstrafen für katalanische Separatistenführer verhängt. Erstmals seit dem Urteil hat nun König Felipe VI. Barcelona besucht - und ist auf heftige Proteste gestoßen.
  • Trumps Chancen bei der nächsten US-Wahl: Die meisten US-Bürger sind unzufrieden mit Donald Trump. Doch ausgerechnet in sechs Schlüsselstaaten für die Wahl 2020 kann er sich laut einer neuen Erhebung gut behaupten - auch gegen seinen möglichen Herausforderer Joe Biden. Die Umfrage alarmiert die Demokraten.

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Notstand oder Normalität: Pegida-Demonstranten vor der Frauenkirche in Dresden
DPA

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Dresden debattiert die Frage nach einem "Nazinotstand". Damit schafft die Stadt nicht nur Aufmerksamkeit für das Problem mit den Rechtsextremen, sondern auch für die Kraft der demokratischen Auseinandersetzung, meint mein Kollege Stefan Kuzmany. Denn: Dresden ist nicht Syrien. In Dresden können deutsche Politiker tatsächlich etwas ausrichten. Wenn sie denn wollen.

Immer noch nicht voll aufgeladen: Mit einer neuen Elektroauto-Offensive will die Bundesregierung nachholen, was Deutschland jahrelang verschlafen hat. Doch die Pläne stimmen wenig hoffnungsvoll - auch, weil ausgerechnet Andreas Scheuer sie umsetzen soll, schreibt mein Kollege Gerald Traufetter. Der Kommentar.

Alles Ignoranten! Die Deutschen sind so zufrieden wie nie, behauptet der neue Glücksatlas. Was läuft da schief? Die Videokolumne von Harald Schmidt.

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Allzu sanft gegen rechts: Die Union und Finanzminister Scholz behindern mehr Prävention gegen Extremismus, die Regierung geizt bei dem Projekt. Meine Kollegin Ann-Kathrin Müller liefert eine Erklärung dafür, wie sich sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Nationalsozialismus rechtsextreme Ideologie in Deutschland derart verbreiten konnte. Die Analyse finden sie hier.

"Die Angst ist nachvollziehbar": Die britische Regierung hat Fracking untersagt - aus Sorge vor Erdbeben. Der Seismologe Marco Bohnhoff erklärt die Risiken und die Lage in Deutschland.

Zählt ein großer Teil der Männer zum Typ "Schoßhund"? Der Psychologe Stephan Grünewald analysiert, warum beruflich erfolgreiche Männer privat in Krisen geraten. Kerl mit klarer Kante hier, pflegeleichter Frauenversteher da - diese Rollenkonfusion sei für viele schwer auszuhalten. Das Interview.

Stephan Grünewald: Legt das Land auf die Couch
Dominik Asbach/ DER SPIEGEL

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Manchmal liegen die Gründe auch weiter zurück: In unseren ersten Jahren entscheidet sich, wie wir die Welt wahrnehmen. Der Paarberater Michael Mary erklärt im Interview, warum negative Erfahrungen unser Leben belasten - und was dagegen hilft.

Mein Abend: Die Empfehlungen für Ihren Feierabend

Was Sie heute Abend lesen könnten: Die Autobiografie von Debbie Harry. Als Sängerin von Blondie wurde sie in den Siebzigern zur Stil-Ikone. In ihrem Buch schreibt sie über schlechte Plattenverträge, die finanzielle Pleite auf dem Zenit ihres Erfolgs, ihre Drogensucht, Überfälle und die Kunstszene um Andy Warhol.

Warhol-Muse Debbie Harry 1988
Brian Aris/ Camera Press/ Laif

Warhol-Muse Debbie Harry 1988

Und falls Sie noch zögern, lesen Sie als Entscheidungshilfe dieses Porträt der Sängerin. Bei einem Treffen mit meinem Kollegen Philip Oehmke in Cincinnati erinnert sie sich an die Erfindung des Punk, ein düsteres New York und David Bowies Genital. "Eigentlich", sagte Harry, "müsste auf dem Einband des Buches ein Hinweis kleben: keine Garantie, ob das hier real ist oder nicht."

Außerdem könnten Sie Fußball schauen: Dortmund spielt gegen Inter Mailand, es ist das Schlüsselspiel der Borussen für den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Sie können die Partie um 21 Uhr bei DAZN streamen oder ab 20.45 Uhr den Liveticker auf SPIEGEL ONLINE verfolgen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Isabella Reichert vom Daily-Team

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