DDR Stasi-Spitzel bei der Stasi-Behörde

Die Stasi-Unterlagen-Behörde hat selbst ein Stasi-Problem. Die von Marianne Birthler geleitete Behörde beschäftigt nach Angaben der "Welt" mehr als 50 frühere Spitzel des früheren DDR-Geheimdienstes.


Berlin - Es handele sich bei den Mitarbeitern überwiegend um ehemalige hauptamtliche Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), meldet das Blatt. Sie seien in der elektronischen Besoldungsdatenbank der Stasi von Ende 1989 verzeichnet.

Die Behörde habe auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme abgeben. Der Öffentlichkeit sei das Ausmaß der Verstrickungen bislang vorenthalten worden, berichtet die "Welt". Dazu habe die von Marianne Birthler geleitete Behörde eine spezielle Zählweise entwickelt, die nicht im Einklang mit dem Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) stehe. Auf dieser Basis habe die Bundesregierung schon 1997 mitgeteilt, die Behörde beschäftige lediglich 15 ehemalige Stasi-Leute.

Tatsächlich sei damals noch weit mehr MfS-Personal beschäftigt gewesen als heute. Denn seitdem seien etliche Mitarbeiter mit entsprechendem Hintergrund in den Ruhestand gewechselt oder verstorben.

Aktuell habe mindestens jeder 40. der 2080 Mitarbeiter eine Stasi-Vergangenheit. Allerdings massiere sich das Problem auf die Berliner Zentrale mit ihren 1200 Beschäftigten. Demgegenüber seien die meisten der 14 Außenstellen in Ostdeutschland "stasifreie Zonen".

als/AP



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