"Cyber-Grooming" Deutschland versäumt Gesetz gegen Kindesmissbrauch

Wer mit sexuellen Hintergedanken Kontakt zu Kindern im Internet aufnimmt, soll sich künftig strafbar machen. Das fordert Bundesinnenminister Thomas de Maizière - und will damit nur umsetzen, was die EU Deutschland längst vorgegeben hat.
Beim "Cyber-Grooming" ("Online-Verführung") erschleichen sich Menschen im Netz das Vertrauen ihrer Opfer und belästigen sie später

Beim "Cyber-Grooming" ("Online-Verführung") erschleichen sich Menschen im Netz das Vertrauen ihrer Opfer und belästigen sie später

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Weimar - Eltern können ihre Kinder nur schwer vor Belästigung im Internet schützen. Schon längst sollte nach einer EU-Richtlinie die Kontaktaufnahme zu Kindern aus sexuellen Motiven strafbar sein. Doch Deutschland hat kein entsprechendes Gesetz erlassen.

Nun fordern die Innenminister von CDU und CSU bei ihrer parteiinternen Konferenz in Weimar die Umsetzung der Richtlinie 2011/93/EU . Bei dem sogenannten Cyber-Grooming bestehe Nachbesserungsbedarf, hieß es. Deutschland hätte bis zum 18. Dezember 2013 ein Gesetz erlassen müssen. Österreich hat die Richtlinie bereits umgesetzt. Sie bezieht sich nicht nur auf die Kontaktaufnahme im Internet, sondern auch im realen Raum.

Bei der Konferenz ging es auch um Erfahrungen mit Lockfallen für potenzielle Täter und eine Verbesserung der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Kinderpornografie müsse mit aller Härte bestraft werden, forderte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Das betreffe insbesondere das gewerbsmäßige Handeln mit Bildern von nackten Kindern, sagte er.

Beim "Cyber-Grooming" ("Online-Verführung") erschleichen sich Menschen im Internet das Vertrauen ihrer Opfer und belästigen sie später. Zumeist werden dabei falsche Angaben zur eigentlichen Identität und zum Alter gemacht.

isa/dpa