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26. Juni 2019, 21:58 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern

AfD-Landeschef hat offenbar NPD-Vergangenheit

In Mecklenburg-Vorpommern könnte dem AfD-Co-Landesvorsitzenden Dennis Augustin der Parteiausschluss drohen. Einem Medienbericht zufolge gibt es Fotos, die dem Politiker eine NPD-Vergangenheit nachweisen.

Der Co-Vorsitzende des AfD-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, war in der Vergangenheit offenbar bei der NPD aktiv. Dies berichtet der "Nordkurier".

Der Zeitung liegen mehrere Fotos vor, die den AfD-Funktionär bei parteiinternen NPD-Veranstaltungen Ende der Achtzigerjahre zeigen. Sie stammen aus der Parteizeitung "Deutsche Stimme". Zu sehen ist Augustin darauf etwa mit dem bekannten rechtsextremen Politiker Udo Voigt, der für die NPD noch bis Ende des Monats im EU-Parlament sitzt. Der Ex-NPD-Parteichef war schon damals in der NPD aktiv.

Auf dem Foto überreicht Voigt dem heutigen AfD-Politiker eine Urkunde, daneben ist zu lesen: "Gratuliere, Kamerad Denis (sic!) Augustin aus Schleswig-Holstein: Grundlehrgangs-Bester!" Die Fotos seien in Norditalien entstanden, wo die NPD damals ein Ausbildungslager unterhielt.

Wie der "Nordkurier" weiter berichtet, gebe es ein Interview in der Parteizeitung, in dem es heißt, dass ausschließlich Mitglieder der NPD und der Jungen Nationalisten zu den Seminaren eingeladen worden seien. Deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass Augustin Mitglied einer der beiden Organisationen gewesen sei.

Für den AfD-Landeschef könnten die Fotos zum ernsthaften Problem werden. In der AfD-Verfassung gibt es eine Unvereinbarkeitsliste, auf der sich auch die beiden genannten Organisationen befinden. Ehemalige Mitglieder der auf der Liste befindlichen Parteien und Verbände dürfen nicht der AfD beitreten.

Sollte sich der Vorwurf bestätigen, könnte es eine Diskussion darüber geben, ob Augustin aus der AfD ausgeschlossen werden muss. Ähnliche Fälle gab es in der Partei bereits. Die Vorwürfe, Augustin stehe oder stand dem Rechtsextremismus nah, bestehen seit Längerem. Augustin selbst hat zu den aufgetauchten Fotos bisher noch nicht Stellung genommen.

tin

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