Mecklenburg-Vorpommern AfD-Landeschef hat offenbar NPD-Vergangenheit

In Mecklenburg-Vorpommern könnte dem AfD-Co-Landesvorsitzenden Dennis Augustin der Parteiausschluss drohen. Einem Medienbericht zufolge gibt es Fotos, die dem Politiker eine NPD-Vergangenheit nachweisen.

Dennis Augustin spricht vor Teilnehmern einer "Merkel muss weg!"-Kundgebung (Archivfoto)
DPA

Dennis Augustin spricht vor Teilnehmern einer "Merkel muss weg!"-Kundgebung (Archivfoto)


Der Co-Vorsitzende des AfD-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, war in der Vergangenheit offenbar bei der NPD aktiv. Dies berichtet der "Nordkurier".

Der Zeitung liegen mehrere Fotos vor, die den AfD-Funktionär bei parteiinternen NPD-Veranstaltungen Ende der Achtzigerjahre zeigen. Sie stammen aus der Parteizeitung "Deutsche Stimme". Zu sehen ist Augustin darauf etwa mit dem bekannten rechtsextremen Politiker Udo Voigt, der für die NPD noch bis Ende des Monats im EU-Parlament sitzt. Der Ex-NPD-Parteichef war schon damals in der NPD aktiv.

Auf dem Foto überreicht Voigt dem heutigen AfD-Politiker eine Urkunde, daneben ist zu lesen: "Gratuliere, Kamerad Denis (sic!) Augustin aus Schleswig-Holstein: Grundlehrgangs-Bester!" Die Fotos seien in Norditalien entstanden, wo die NPD damals ein Ausbildungslager unterhielt.

Wie der "Nordkurier" weiter berichtet, gebe es ein Interview in der Parteizeitung, in dem es heißt, dass ausschließlich Mitglieder der NPD und der Jungen Nationalisten zu den Seminaren eingeladen worden seien. Deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass Augustin Mitglied einer der beiden Organisationen gewesen sei.

Für den AfD-Landeschef könnten die Fotos zum ernsthaften Problem werden. In der AfD-Verfassung gibt es eine Unvereinbarkeitsliste, auf der sich auch die beiden genannten Organisationen befinden. Ehemalige Mitglieder der auf der Liste befindlichen Parteien und Verbände dürfen nicht der AfD beitreten.

Sollte sich der Vorwurf bestätigen, könnte es eine Diskussion darüber geben, ob Augustin aus der AfD ausgeschlossen werden muss. Ähnliche Fälle gab es in der Partei bereits. Die Vorwürfe, Augustin stehe oder stand dem Rechtsextremismus nah, bestehen seit Längerem. Augustin selbst hat zu den aufgetauchten Fotos bisher noch nicht Stellung genommen.

tin

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
cedebe 26.06.2019
1.
Es ist traurig, wie wenig das eigentlich zur Nachricht taugt. Überraschender wäre, wenn er mal eine Urkunde seiner Gemeinde für den schönsten Garten bekommen hätte.
willibaldus 26.06.2019
2.
Wenn man nicht hinsieht, dann findet man auch nichts. Viele von den Mitarbeitern der AfD Parlamentarier sind bekannte NPDler oder sonstwie einschlägig bekannte Rechtsextreme. Höcke selbst hat sich unter Pseudonym in NPD Organen an den rechten Rand geschrieben. Das mit dem Verbot für ehemalige NPDler steht nur so wachsweich auf dem Papier. Nachgefragt wird da nicht, höchstens, wenn einer von der "Systempresse" mal einschlägige Fotos ausgräbt und selbst dann...
claus7447 27.06.2019
3. Ist doch normal...
.... im Geiste sind die meisten der AfD Mitglieder und Funktionäre doch noch in der NPD oder ähnlich. Die, die vielleicht noch mit einer rechtsliberalen Ansicht dort sind haben als Hauptziel das abschöpfen von Steuergeldern. Dabei nehmen sie bewusst in kauf, dass sie radikale Elemente in ihrer Partei haben, dulden und decken. Wenn man einer Partei einen "Sprachenkatalog" als Hilfe geben muss, so sagt dies alles! Eine Partei, deren Mitglieder und Anhänger benötigen dies nicht, dort gelten Werte als Leitschiene.
fuchsi 27.06.2019
4. NPD und AfD
Die NPD ist zu lächerlich und unbedeutend geworden, um sie zu verbieten. Doch wo sind deren Mitglieder und Sympathisanten hin? Die sind natürlich zur AfD gewandert, weil sie sich hier mehr Einfluss versprechen. Weil die AfD von den Rechten bürgerlichen Parteien CDU und CSU hofiert wird, rechnen sich im Geiste NPDler aus, tatsächlich an die Macht zu kommen. Und das wird im Herbst in den Ostländern passieren. Ob AKK oder andere behaupten, es dürfe keine Zusammenarbeit mit der AfD geben, wird dann keine Rolle mehr spielen. Durch diese potentielle Machtoption wird die AfD noch gefährlicher für die Demokratie als ohnehin schon. Wählt weder die C-Parteien noch die AfD, dann könnt ihr das verhindern.
aseggewiss 27.06.2019
5.
Der Typ wird nach einiger Diskussin wohl aus der Partei entfernt werden. Es ist seit einiger Zeit zu beobachten, dass die AfD aufgrund öffentlichen Drucks subalterne Kader bei rechtsextremer Betätigung rausschmeißz, um durch ein Saubermann-Image die Topfunktionäre zu schützen. Leuten wie Höcke, Kalbitz oder Gauland werden weiterhin unbehelligt bleiben.
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