Landtagswahl Höhere Wahlbeteiligung in Bremen

Bei der Landtagswahl in Bremen zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als 2015. In der Hansestadt regiert seit mehr als 70 Jahren die SPD, das könnte sich jetzt ändern - sie muss mit starken Stimmverlusten rechnen.

David Hecker/ REX/ EFE/ EPA

Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen hat sich am Sonntagnachmittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung abgezeichnet als vor vier Jahren. Um 14 Uhr lag die Beteiligung in ausgewählten Wahllokalen bei 33,5 Prozent, wie die Hansestadt auf ihrer Internetseite mitteilte. Briefwähler sind nicht mit eingerechnet. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 hatte die Wahlbeteiligung um diese Uhrzeit nur 23,5 Prozent betragen, insgesamt beteiligten sich damals 50,2 Prozent der Wähler.

Vor mehreren Wahllokalen mussten die Wähler für die Stimmabgabe längere Zeit anstehen. So brauchte es um die Mittagszeit vor dem Wahllokal in der Hochschule für Künste eine gute halbe Stunde Wartezeit, wie ein dpa-Reporter berichtete.

In Bremenwird seit Sonntagmorgen parallel zur Europawahldie Bürgerschaftneu gewählt. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Der Bremer Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidat Carsten Sieling und die FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner gaben ihre Stimmen bereits am Vormittag ab, der CDU-Herausforderer Carsten Meyer-Heder ging am Mittag zur Wahl.

Insgesamt sind etwa 482.000 Bürger im Land Bremen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Ausgang der Wahl wird mit Spannung erwartet. Im kleinsten deutschen Bundesland muss die seit mehr als 70 Jahren allein oder in Koalitionen regierende SPD nach Umfragen mit starken Stimmverlusten rechnen. Die oppositionelle CDU kann dort auf einen Regierungswechsel hoffen. In letzten Umfragen lag sie vor der in Bremen in einer Koalition mit den Grünen regierenden SPD.

In Bremen wird etwas anders gewählt als in den übrigen Bundesländern. Jeder Wähler hat fünf Stimmen, die er beliebig verteilen kann. Um in die Bürgerschaft einziehen zu können, reicht es für eine Partei, wenn sie entweder in Bremen oder in Bremerhaven die Fünf-Prozent-Hürde überspringt (mehr über das Bremer Wahlrecht lesen Sie hier).

mfh/AFP/dpa



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