Protest gegen Corona-Maßnahmen in Leipzig Deutlich mehr Menschen bei »Querdenker«-Demo als erlaubt

In Leipzig haben sich Tausende zu einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen versammelt. Die Polizei stoppte mehrere Aufzüge und spricht am frühen Abend von einer »dynamischen Einsatzphase«.
Polizisten und Teilnehmer der Querdenker-Demo in Leipzig stehen sich gegnüber

Polizisten und Teilnehmer der Querdenker-Demo in Leipzig stehen sich gegnüber

Foto: STRINGER / AFP

In Leipzig haben sich im Rahmen einer Demonstration der »Querdenker«-Szene deutlich mehr Menschen versammelt als erlaubt. Eine Sprecherin der Polizei sagte dem SPIEGEL, es seien »mehrere Tausend« Menschen vor Ort. Die Polizei habe daher eine »Zusatzfläche« geöffnet.

Zu der Veranstaltung der »Bewegung Leipzig« am Nachmittag waren maximal 1000 Teilnehmer für eine stationäre Kundgebung zugelassen. Die ursprünglich vorgesehene Fläche wurde abgeriegelt, nachdem die Zahl erreicht war.

Verstärkung für die Leipziger Polizei

Die Sprecherin sagte am Nachmittag, man wolle verhindern, dass der Aufmarsch sich in Bewegung setze und damit einen Aufzug bilde. Am Abend teilte die Polizei mit, sie habe mehrere Aufzüge mit Teilnehmerzahlen jeweils in dreistelliger Höhe im Innenstadt-Bereich gestoppt.

Es gebe es eine »dynamische Einsatzphase«, mehrere Notrufe von Verletzten seien eingegangen. Genauere Angaben konnte die Sprecherin zunächst nicht machen. Für den Abend ist eine weitere Kundgebung der Szene an einem anderen Ort in der Stadt geplant. Veranstalterin ist die »Bürgerbewegung Leipzig«.

Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften vor Ort und erhält dabei auch Unterstützung aus anderen Bundesländern. Es gilt als möglich, dass die Lage am Abend eskaliert.

Am Rande der Demo setzte die Polizei eigenen Angaben zufolge 24 Personen aus der rechten Szene fest. Sie hätten verbotene Gegenstände bei sich getragen und seien in Gewahrsam genommen worden. »Sie können heute an keiner Veranstaltung mehr teilnehmen«, hieß es.

Vor einem Jahr hatte es eine »Querdenken«-Demonstration mit mindestens 20.000 Teilnehmern in Leipzig gegeben. Nachdem die Kundgebung wegen zahlreicher Verstöße gegen Auflagen aufgelöst worden war, hatten Tausende den Gang über den Leipziger Ring, der um die Innenstadt führt, erzwungen.

Der Präsident des thüringischen Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, warnte jüngst vor einer Radikalisierung der »Querdenker«-Szene. »Die vierte Welle, die Diskussion über Booster-Impfungen und Verschärfungen von Corona-Maßnahmen wie die Ausweitung von 2G-Regelungen können zu einem neuen Push für die Szene führen«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

sms/feb/dpa/AFP
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