SPIEGEL-Umfrage zur Flüchtlingspolitik Deutsche fühlen sich von Regierung übergangen

Die Flüchtlingspolitik bereitet vielen Deutschen Unbehagen: In einer SPIEGEL-Umfrage sagten zwei Drittel der Befragten, die Regierung gehe nicht ausreichend auf ihre Sorgen ein.
Pegida-Demo in Dresden: "Schnittmengen mit den Anhängern der AfD"

Pegida-Demo in Dresden: "Schnittmengen mit den Anhängern der AfD"

Foto: Arno Burgi/ picture alliance / dpa

Hamburg - Die Deutschen fühlen sich in Sachen Flüchtlingspolitik und Zuwanderung übergangen. In einer Umfrage von TNS Forschung für den SPIEGEL sagten 65 Prozent, die Regierungsparteien der Großen Koalition gingen nicht ausreichend auf ihre Sorgen zu diesem Thema ein. Nur 28 Prozent sehen kein solches Defizit. (Lesen Sie die ganze Geschichte hier im aktuellen SPIEGEL.)

Zudem sind 34 Prozent der Befragten wie das Bündnis Pegida der Ansicht, dass in Deutschland zunehmend eine Islamisierung stattfinde. Dem SPIEGEL sagte Innenminister Thomas de Maizière über den Zulauf zu den Pegida-Demonstrationen: "Mich besorgt, wie schnell die Teilnehmerzahl bei den Demonstrationen innerhalb weniger Wochen in die Höhe geschnellt ist."

Der Minister stellte zudem eine Verbindung zwischen Pegida und der AfD her. "In dieser Gruppe gibt es viele Menschen, die sich sorgen vor den Herausforderungen unserer Zeit", sagte er. "Es geht um Flüchtlinge, die Angst vor angeblich drohender Islamisierung, den Euro. Ich sehe Schnittmengen mit den Anhängern der AfD."

Tatsächlich sind in mehreren Bundesländern nach SPIEGEL-Recherchen AfD-Funktionäre mit dem Aufbau weiterer, Pegida-ähnlicher Gruppen befasst. "Wir sind die natürlichen Verbündeten dieser Bewegung", sagte Alexander Gauland, AfD-Landesvorsitzender in Brandenburg.

Laut der TNS-Umfrage halten es 54 Prozent der Befragten für richtig, dass die CDU jedwede Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt; gut ein Drittel hält den Kurs für falsch. Für die Umfrage wurden am 10. und 11. Dezember 1000 Personen befragt.

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