Deutsche Spürpanzer nach Afghanistan "Alles nur Spekulation"

Schon seit Wochen wird spekuliert, wie eine deutsche Beteiligung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus aussehen könnte. Laut "Bild"-Zeitung hat Washington bei der deutschen Regierung unter anderem den Spürpanzer "Fuchs" angefordert. Doch die Regierung dementiert.


Spürpanzer Fuchs
DPA

Spürpanzer Fuchs

Berlin - Die Wehrexpertin der Grünen, Angelika Beer, sprach von "realistischen Erwartungen", dagegen nannte das Verteidigungsministerium entsprechende Meldungen Spekulation. Auch Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye distanzierte sich von den Berichten. Nach einer Kabinettssitzung in Berlin erklärte er, die USA hätten Deutschland noch nicht zu konkreter militärischer Unterstützung bei der Terrorismusbekämpfung aufgefordert.

Gleichzeitig betonte Heye erneut, dass die "uneingeschränkte Solidarität" mit den USA auch militärischen Beistand einbezieht. Vor diesem Hintergrund sei es nahe liegend, "dass politische und militärische Fähigkeiten Deutschlands mit den USA erörtert werden". "Auch in der aktuellen Auseinandersetzung" könnte es zu einem Einsatz von Bundeswehrsoldaten kommen.

Die "Bild"-Zeitung hatte über Pläne zur Entsendung der Spürpanzer und von Sanitätssoldaten berichtet. Die US-Regierung habe Bundeswehrexperten mit dem "Fuchs" zur Abwehr von Angriffen mit ABC-Waffen sowie Sanitätssoldaten angefordert. Darüber habe Schröder die Partei- und Fraktionschefs vertraulich unterrichtet. Auch die Washingtoner Korrespondentin des ZDF berichtete am Morgen über entsprechende Informationen.

Scharping gibt sich bedeckt

Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage nicht konkret zu dem Sachverhalt äußern. Ein Sprecher verwies auf Minister Rudolf Scharping, der am Vorabend in der ARD gesagt hatte: "So weit es um das Militärische geht, stehen keine konkreten Entscheidungen an."

Bundeskanzler Gerhard Schröder wiederholte unterdessen seine Vorstellungen von einer neuen Rolle Deutschlands im internationalen Kräftespiel. In der "Zeit" erklärte er, es gehe bei dem Anti-Terror-Kampf nicht nur um Bündnissolidarität. "Wir sind an diesem Konflikt in einem sehr existenziellen Sinne beteiligt: Von Deutschland aus sind Beiträge zu dem Anschlag geleistet worden."

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