Prozess gegen Kreshnik B. Mutmaßlicher deutscher IS-Kämpfer verweigert Aussage

"Ich will einfach nichts sagen": Der mutmaßliche deutsche IS-Kämpfer Kreshnik B. will nichts über seine Aktivitäten in der Miliz sagen - trotz angebotener Strafmilderung. Demnächst werden sich wohl drei weitere deutsche IS-Unterstützer verantworten müssen.

Angeklagter Kreshnik B.: "Ich will einfach nichts sagen"
DPA

Angeklagter Kreshnik B.: "Ich will einfach nichts sagen"


Frankfurt am Main - Ihm ist Strafmilderung in Aussicht gestellt worden - und trotzdem will er nichts sagen. Der Angeklagte Kreshnik B. hat im ersten deutschen Prozess gegen ein Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Aussage verweigert. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt lehnte der 20-Jährige das Angebot des Richters ab.

Zum Prozessauftakt am Montag hatte der Vorsitzende ihm in Aussicht gestellt, Milde walten zu lassen, sollte Kreshnik B. gestehen und aussagen. Eine Strafe zwischen drei Jahren und drei Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten wäre dann möglich gewesen. Doch darauf ließ der Angeklagte sich nicht ein: "Ich will einfach nichts sagen", teilte der 20-Jährige mit.

Kreshnik B. soll sich im vergangenen Jahr der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (ISIS) angeschlossen haben, die sich mittlerweile "Islamischer Staat" (IS) nennt. Er soll ein halbes Jahr für die Miliz gekämpft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Er soll auch an Kampfeinsätzen teilgenommen haben.

Anklage gegen drei mutmaßliche Unterstützer

Die Bundesanwaltschaft erhob vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Anklage gegen drei junge Deutsche, weil sie Geld für den IS in Syrien gesammelt haben sollen. Den Beschuldigten Karolina R., Jennifer Vincenza M. sowie Ahmed-Sadiq M. wird Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit.

Laut Anklage ist die 25-jährige Karolina M. nach islamischem Recht mit einem IS-Mitglied verheiratet. Sie sei Ende 2013 nach Syrien gereist, um ihrem Mann Kameras für die Produktion von IS-Propagandavideos sowie Bargeld in Höhe von mehr als 5000 Euro zu übergeben. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im Dezember 2013 habe sie dem IS-Mitglied nochmals mehr als 6000 Euro zukommen lassen.

Die beiden 22 Jahre alten Angeklagten Ahmed-Sadiq M.und Jennifer Vincenza M. sammelten laut Bundesanwaltschaft dafür 2200 Euro. Karolina M. sitzt laut Bundesanwaltschaft seit Ende März in Untersuchungshaft, ihre beiden Mitangeschuldigten sind auf freiem Fuß.

bka/ler/AFP/dpa

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