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Diplomatie Deutscher Konsul macht in Japan Propaganda für Lebensschützer

Der deutsche Generalkonsul in Osaka, Martin Eberts, betätigt sich als Lobbyist für Lebensschützer.
aus DER SPIEGEL 42/2021

Auf das Programm des deutschen Filmfestivals in der japanischen Me­tropole, das vom Generalkonsulat ausgerichtet wird, setzte er den umstrittenen Anti-Abtreibungsfilm »Unplanned«. Die US-Produktion aus dem Jahr 2019, die am 3. Oktober dort lief, warnt mit Schockbildern eines Fötus vor Schwangerschaftsabbrüchen. Evangelikale in den USA feierten den Propagandastreifen, in Deutschland lehnten viele Kinos ab, ihn vorzuführen. Auf einem Festival-Flyer heißt es, man zeige den Film außerhalb des offiziellen Programms »aufgrund der persönlichen Empfehlung des Generalkonsuls«.

Aus: DER SPIEGEL 42/2021

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Nach SPIEGEL-Informationen wandte sich Eberts, der unter anderem katholische Theologie studierte, in seiner Funktion als Generalkonsul wiederholt mit Mails an die deutsche Community, in denen er sich für katholische Belange starkmachte. In Artikeln verteidigte er die Kirche gegen Angriffe bei Themen wie Missbrauch oder Kolonialverbrechen, auf Facebook outete er sich als aktiver Unterstützer von rechtskatholischen Lebensschützern. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, für das Festival sei das Konsulat »eigenständig verantwortlich«. Bei den Veröffentlichungen handle es sich um »private Äußerungen«, für die Eberts keine Genehmigung habe einholen müssen.

CSC
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