EU-Vergleich In Deutschland werden die meisten Asylanträge gestellt

Die Asylanträge gehen fast überall in der EU zurück - auch in Deutschland. Doch kein anderes Land in Europa nimmt so viele Flüchtlinge auf. Zum siebten Mal in Folge.

Passanten suchen den Eingang zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Kay Nietfeld/ DPA

Passanten suchen den Eingang zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge


Seit sieben Jahren ist Deutschland verstärkt das Ziel vieler Migranten: In keinem anderen Land in Europa haben so viele Menschen in dieser Zeit Asyl gesucht wie hier. Trotz eines Rückgangs um 17 Prozent beantragten im vergangenen Jahr gut 184.000 Migranten internationalen Schutz in der Bundesrepublik. So steht es im Jahresbericht der EU-Asylbehörde Easo.

Zwar wollen insgesamt die meisten Menschen nach Deutschland, doch gemessen an der Bevölkerungsgröße gehen die meisten Asylersuchen immer noch in Zypern, Griechenland und Malta ein. Die meisten Anträge, gut ein Viertel der Gesamtzahl, stellten Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Im dritten Jahr in Folge gehen die Zahlen der Asylsuchenden in Europa zurück: Insgesamt beantragten in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, der Schweiz, Island und Liechtenstein im vergangenen Jahr 664.480 Menschen Asyl. Das sind zehn Prozent weniger als 2017. 2015 hatte es sogar noch fast 1,4 Millionen Anträge gegeben.

Der rückläufige Trend hält in den ersten Monaten dieses Jahres allerdings nicht an. Von Januar bis Mai 2019 lag die Zahl der Asylanträge bei mehr als 290.000 - ein Zuwachs um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Asylbehörde betont jedoch, dass die Zunahme keine Trendwende und Schwankungen normal seien.

In Frankreich und Griechenland steigen die Asylanträge

Während die Antragszahlen in Deutschland zurückgehen, gibt es etwa in Frankreich und Griechenland entgegengesetzte Trends. Frankreich verzeichnete 2018 im vierten Jahr in Folge eine Zunahme (rund 120.000 Anträge), in Griechenland stieg die Zahl zum fünften Mal in Folge (77.000).

Die Zahlen berücksichtigen auch Anträge von Menschen, die zuvor schon einmal Asyl beantragt hatten - die genannten Zahlen beziehen sich demnach auf die Anträge und nicht auf die Menschen, die diese stellen. So kann ein Mensch etwa auch in einem anderen Land bereits Asyl beantragt haben - er käme in der Statistik dann unter Umständen doppelt vor.

Auf eine faire Verteilung Asylsuchender auf alle Länder kann sich die EU seit Langem nicht einigen. Vor allem Länder wie Ungarn und Polen wollen sich nicht dazu verpflichten lassen, Migranten aufzunehmen. Deshalb kommt auch die Reform des Asylsystems kaum voran.

mfh/dpa

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