Nato-Einsatz in Osteuropa Deutschland erwägt stärkere Militärpräsenz in Litauen

Bisher hat Deutschland 500 Soldaten in Litauen stationiert. Nun diskutieren beide Länder offenbar über eine Verstärkung der Truppen. Derweil bestätigt Kanzler Scholz eine baldige Reise zu US-Präsident Biden.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda

Litauens Präsident Gitanas Nauseda

Foto: INTS KALNINS / REUTERS

Wegen der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine denkt Deutschland offenbar über eine Ausweitung seiner Militärpräsenz in Litauen nach. Das teilte Litauens Präsident Gitanas Nauseda mit. Deutschland hat im Rahmen eines Nato-Einsatzes Soldaten im Land stationiert, bei ihrem Antrittsbesuch hatte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht Litauen Solidarität zugesichert. Beide Länder befänden sich zu dem Thema im Gespräch, sagt Nauseda bei einem Besuch eines Luftwaffenstützpunkts in dem baltischen Land. Dies geschehe »im Zuge der gegenwärtigen Ereignisse«.

Nach der Annexion der Krim durch Moskau sahen die baltischen Länder auch ihre Sicherheit bedroht. Deshalb wurde vor knapp fünf Jahren die sogenannte Enhanced Forward Presence (eFP) der Nato geschaffen. Anfang 2017 begann das Verteidigungsbündnis mit der Verlegung von Soldatinnen und Soldaten in die baltischen Staaten und nach Polen. Die Bundeswehr hat dabei die Führungsrolle übernommen. Aktuell befinden sich rund 500 Bundeswehrangehörige bei der Truppe.

Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas erklärte, es gebe bereits Pläne für die Entsendung zusätzlicher alliierter Truppen nach Litauen, einschließlich der Frage, wo sie stationiert werden sollen. Einzelheiten der Pläne nannte er nicht.

»Je aggressiver das russische Verhalten ist, desto mehr Verbündete werden in Litauen sein«, sagte Anusauskas.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Bundeskanzler Olaf Scholz am 7. Februar nach Washington reisen wird, um US-Präsident Joe Biden zu treffen. Die beiden wollen bei ihrem Treffen neben Klimapolitik und der Coronapandemie auch über die Ukrainekrise sprechen. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin. Beide Länder stünden in einem engen Verhältnis, die USA gehörten zu den wichtigsten Partnern für Deutschland.

mfh/Reuters