Flüchtlingspolitik in Europa Deutschland gewährt am häufigsten Asyl

Die Zahl der Anerkennungen von Schutzsuchenden ist 2018 EU-weit zurückgegangen. Die meisten positiven Asylbescheide erteilte Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr schrumpfte der Anteil der Bundesrepublik jedoch.

Frauen nehmen an einem Sprachkurs in Baden-Württemberg, Eppingen, teil
Marijan Murat/ DPA

Frauen nehmen an einem Sprachkurs in Baden-Württemberg, Eppingen, teil


Von allen EU-Ländern gewährt Deutschland am häufigsten Asyl. Gut 40 Prozent der positiven Entscheidungen über die Gewährung von Asyl oder die Erteilung eines anderen Schutzstatus seien im vergangenen Jahr in Deutschland getroffen worden. Das teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat mit.

Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr EU-weit 333.400 Anträge positiv beschieden. In Deutschland waren es 139.600. Es folgten Italien (47.900) und Frankreich (41.400). Im Vorjahr hatte Deutschland mit 325.400 noch deutlich mehr positive Bescheide ausgestellt. Dies machte 2017 einen EU-Anteil von 60 Prozent der positiven Entscheidungen aus.

Zahl der Anerkennungen ging im Vergleich zum Vorjahr zurück

Die Zahl der Anerkennungen von Schutzsuchenden ging im Vergleich zum Vorjahr EU-weit weiter zurück und fiel um fast 40 Prozent. Die meisten positiven Bescheide gingen an Syrer (96.100), Afghanen (53.500) und Iraker (24.600). 70 Prozent der Syrer erhielten ihren Schutzstatus in Deutschland.

Im Verhältnis zur Bevölkerung war Österreich 2018 das Land mit den meisten anerkannten Asylbewerbern. Hier wurden laut der Statistik pro Million Einwohner 2.345 Menschen Schutz gewährt. Dahinter folgen Deutschland und Luxemburg mit 1685 und 1660 positiven Entscheiden pro Million Einwohner. Schlusslichter waren Polen und die Slowakei mit jeweils zehn Anerkennungen pro Million Einwohner.

Von den anerkannten Schutzsuchenden erhielten Eurostat zufolge EU-weit rund 164.000 den Flüchtlingsstatus und 100.000 eingeschränkten subsidiären Schutz. Rund 69.000 weitere bekamen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen.

höh/dpa/AFP



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