ARD-Deutschlandtrend Zustimmung für Schwarz-Rot sinkt

Die Skepsis gegen eine Großen Koalition nimmt zu. Laut ARD wünschen sich nur noch 55 Prozent eine Regierung aus Union und SPD. Anfang Oktober lag der Wert bei 66 Prozent. Für Neuwahlen können sich immer mehr Deutsche begeistern.

Angela Merkel und der SPD-Vorsitzende Gabriel: Viele Differenzen
DPA

Angela Merkel und der SPD-Vorsitzende Gabriel: Viele Differenzen


Köln/Berlin - Während SPD und Union über das künftige Regierungsbündnis verhandeln, schrumpft laut einer aktuellen Umfrage die Zustimmung für eine Große Koalition. Zwar spricht sich im neuen ARD-"Deutschlandtrend" mit 55 Prozent noch immer eine Mehrheit für Schwarz-Rot aus. Anfang Oktober waren es jedoch noch 66 Prozent.

Auch die Option einer Koalition aus Union und Grünen verliert an Zuspruch: Aus Sicht von 32 Prozent der Befragten wäre Schwarz-Grün gut für das Land. Das sind fünf Punkte weniger als Anfang Oktober. Von einer CDU/CSU-Minderheitsregierung erwartet lediglich ein Viertel der Bürger positive Impulse für Deutschland.

Immerhin 43 Prozent der Befragten sehen eine Neuwahl des Bundestages als Alternative - deutlich mehr als noch im Oktober (31 Prozent). Selbst unter den Anhängern von Union und SPD bewerten jeweils vier von zehn Befragten einen erneuten Urnengang positiv.

Mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) ist laut Umfrage der Ansicht, dass die teuren Projekte einer möglichen großen Koalition, etwa die Mütterrente oder eine Pflegereform, über Steuern finanziert werden sollten. Nur gut jeder Dritte findet, das Geld dafür sollte aus Beiträgen zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung kommen.

Wäre am kommenden Sonntag Wahl, käme die SPD laut der Umfrage auf 25 Prozent der Wählerstimmen. Alle anderen Parteien erreichen denselben Wert wie vor zwei Wochen: 42 Prozent der Befragten würden der Union ihre Stimme geben. Die Grünen würden zehn Prozent wählen, die Linken neun Prozent. AfD und FDP liegen weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde: Für die AfD würden sich vier Prozent der Befragten entscheiden, für die FDP drei Prozent.


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Infratest dimap befragte 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger

Zeitraum: 19. und 20. November 2013

Statistische Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

mia/dpa



insgesamt 125 Beiträge
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melnibone 22.11.2013
1. Ein Land ohne ...
echte Visionen; verheddert im Pöstchengeschacher und Zechebezahlungsgruben dieser beiden Parteien. Wer glaubt eigentlich an eine erfolgreiche große Koalition?
konib 22.11.2013
2. Neuwahlen?
Was sollen denn Neuwahlen bringen? Die Politik hat sich doch in den letzten Monaten nicht geändert. Ich habe mich schon immer gefragt warum Leute heute das und morgen dies wählen. Vielleicht sollte sich der Wähler einfach mal vor den Wahlen vernünftig informieren.
der_geile 22.11.2013
3. Na Super
Wie kann eine Umfrage von nur 1000 Personen repräsentativ für so gut wie 79 Millionen Menschen sein ? Und warum lernen die Leute es nicht, dass Merkel mit ihrer CDU nur schwätzt, aussitzt und nichts auf die Reihe bekommt. Spätestens nach der NSA-Affäre und den Reaktionen dieser sogenannten Experten sollte doch jedem klar sein, dass sie nur ihrem Ego folgen und alles dafür tun um an der Macht zu sein, ohne auf den Bürger zu achten. Also meine Stimme bekommen die Linken, die wirklich etwas bewegen wollen. Und eine klare Position haben im Gegensatz zu den anderen Parteien.
albert schulz 22.11.2013
4. "Wuppertaler Modell"
In den letzten Jahrzehnten wurde bereits deutlich, daß "Demokratie" nichts anderes als ein schönes Wort ist. Die Interessenten bleiben im Dunklen, was übrigens Schröder forciert hat, die wesentlichen Dinge werden im Vorfeld hinter verschlossenen Türen abgeklärt, so wie es schon Landesvater Rau in beispielhafter Weise vorexerziert hat. Objektiv richtig ist, daß das Volk viel zu blöde ist, um Entscheidungen oder deren Grundlagen überhaupt zu verstehen. Es wurde nie informiert. Früher hatten aber Abgeordnete noch die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen, und sei es über Parteifreunde in den Verwaltungen. Darauf wird man in Zukunft offenbar verzichten, weil das ausgesprochen lästig ist. Die Parteiführer und leitenden Exekutivorgane möchten sich ganz sachlich mit denen unterhalten, die Entscheidungen benötigen, und zwar richtige Entscheidungen. Obwohl mir da gewisse Zweifel kommen, wenn ich bedenke, wer die Kriegsziele in den Weltkriegen bestimmt hat. Im Großen und Ganzen juckt es mich allerdings wenig. Mir war immer bewußt, daß ich nur sehr bedingt informiert werde und von den meisten Hintergründen keinen blassen Schimmer habe. Die Entscheidung ist also zu begrüßen. Bei einer Mehrheit von achtzig Prozent braucht man weder auf die Opposition noch auf die Verfassung die geringste Rücksicht zu nehmen, und das wird die Arbeit beschleunigen. Das Parlament wird im Grunde auch nicht mehr benötigt, aber für die ARD und die Medien kann man ja ein paar Leute Ringelreihen machen lassen, aber dafür reicht die Hälfte der Abgeordneten völlig aus. Man könnte auch locker eine Verfassung durchbringen, die den neuen Verhältnissen gerecht wird, vor allem könnte man unsere repräsentative Demokratie endlich in Repräsentationsdemokratie umbenennen. Der Wuppertaler kennt dieses Spielchen übrigens seit fünfzig Jahren. Es heißt "Wuppertaler Modell". Alles wird vorab geklärt, dem gemeinen Volk (und dem Stadtrat) werden die Ergebnisse der aufwendigen Erörterungen mitgeteilt. Unser späterer Landesvater war seinerzeit schon restlos begeistert von dem Modell. Es funktioniert perfekt, alles andere ist Schall und Rauch.
aufklarer 22.11.2013
5.
Zitat von sysopDPADie Skepsis gegen eine Großen Koalition nimmt zu. Laut ARD wünschen sich nur noch 55 Prozent eine Regierung aus Union und SPD. Anfang Oktober lag der Wert bei 66 Prozent. Für Neuwahlen können sich immer mehr Deutsche begeistern. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-verliert-die-geduld-mit-schwarz-rot-a-935018.html
Aha, und wieviele wollen Rot-Rot-Grün? "Alternativlose" Umfrage oder wie?
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