Flüchtlinge in Deutschland Zahl der Schutzsuchenden steigt auf knapp 1,8 Millionen

2018 waren in der Bundesrepublik noch einmal deutlich mehr Menschen auf der Suche nach Schutz als im Jahr davor. Viele müssen das Land aber wieder verlassen.

Fabrizio Bensch/REUTERS

Der Fall der deutschen Seenotretterin Carola Rackete hat die Debatte über den europäischen Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer weiter angeheizt. Derzeit beraten die EU-Innenminister im finnischen Helsinki, wie es in der Sache weitergeht. Im Fall von Racketes Rettungsschiff "Sea-Watch 3" nahm auch Deutschland einen Teil der Flüchtlinge auf.

Insgesamt ist die Zahl der ausländischen Schutzsuchenden, die hierzulande registriert sind, schon im vorigen Jahr um sechs Prozent gestiegen. Ende 2018 lag sie bei knapp 1,8 Millionen Menschen. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr damit um 101.000, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Anstieg entsprach in etwa dem des Vorjahres.

Die Zahl erfasst alle Menschen, die im Ausländerzentralregister (AZR) als Flüchtlinge aus humanitären Gründen registriert sind. In der Aufstellung enthalten waren alle Menschen in einem laufenden oder schon rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahren, darunter abgelehnte oder nach Ablauf ihres Schutzstatus ausreisepflichtige Migranten.

Die meisten Schutzsuchenden kommen aus Syrien

Der Großteil aller Schutzsuchenden, nämlich 71 Prozent, ist den Angaben zufolge seit Anfang des Jahres 2014 nach Deutschland eingereist. Rund 1,3 Millionen Menschen hatten einen anerkannten Schutzstatus. Das war ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten kamen aus den Kriegs- und Krisenländern Syrien (526.000), Irak (138.000) und Afghanistan (131.000). Mit 79 Prozent war der Status für die allermeisten Schutzsuchenden zeitlich befristet.

Die Zahl derjenigen, über deren Schutzstatus Ende 2018 noch nicht entschieden war, betrug 306.000 Menschen. Das waren 43.000 weniger als im Vorjahr und 269.000 weniger verglichen mit dem Höchststand Ende 2016. Ursache dafür dürften sowohl die Abarbeitung bestehender Asylverfahren als auch die weiterhin rückläufige Zahl neuer Asylanträge sein, hieß es. Einen Anstieg von Schutzsuchenden mit offenem Status gab es hingegen aus der Türkei von 10.000 auf 14.000 und aus Iran von 18.000 auf 21.000.

Die Zahl der Migranten, die nach einem negativen Bescheid oder nach Ablauf ihres Schutzstatus ausreisepflichtig waren, erhöhte sich um acht Prozent und lag damit bei 192.000. Davon war allerdings die große Mehrheit von 81 Prozent geduldet. Das bedeutet, dass die Abschiebung ausgesetzt war. Die meisten abgelehnten Schutzsuchenden kamen aus Afghanistan, dem Irak und Serbien.

aev/AFP/dpa



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