Deutschlandtrend Merkel im Umfragehoch

Für ihre Euro-Krisenpolitik wurde Kanzlerin Merkel gescholten, doch bei den Bürgern ist Angela Merkel so beliebt wie seit Jahren nicht mehr. Die schwarz-gelbe Koalition könnte die CDU-Chefin allein nicht retten.
Kanzlerin Merkel: Gute Umfragewerte

Kanzlerin Merkel: Gute Umfragewerte

Foto: dapd

Köln - Die Kanzlerin hat einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht: Im Vergleich zum Vormonat gewann Angela Merkel klar an Zustimmung in der Bevölkerung. Im ARD-Deutschlandtrend kam sie auf Platz eins der Liste der Parteipolitiker. Mit ihrer Arbeit sind 66 Prozent der Deutschen zufrieden. Das sind satte acht Prozentpunkte mehr als vor vier Wochen. Damit kam sie auf den besten Wert seit Dezember 2009. Zustimmung erhielt sie besonders auch für ihre Krisenpolitik. 58 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass Merkel "in der Euro-Krise richtig und entschlossen gehandelt" hat. Gleichzeitig ist die Sorge so groß wie nie zuvor, dass die Krise sich ausweitet.

Den zweiten Platz im Politiker-Ranking belegt eines von Merkels Kabinettsmitgliedern: Verteidigungsminister Thomas de Maizière, mit dessen Arbeit 62 Prozent der Deutschen zufrieden sind.

Platz drei teilen sich mit jeweils 61 Prozent Zustimmung SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Den fünften Platz belegt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, gefolgt vom SPD-Politiker Peer Steinbrück, dessen Arbeit 55 Prozent der Deutschen schätzen. Schlusslicht der abgefragten Politiker ist weiterhin FDP-Chef Philipp Rösler.

Würde jetzt ein neuer Bundestag gewählt, verlöre die jetzige Regierungskoalition ihre Mehrheit. Die FDP würde dem ARD-Deutschlandtrend zufolge nicht wieder in den Bundestag einziehen. Die Liberalen verlieren im Vergleich zum Juni einen Punkt und kommen auf nur noch vier Prozent. Die Union legt einen Punkt zu und kommt auf 35 Prozent. Die SPD verharrt bei 30 Prozent. Die Grünen gewinnen einen Punkt und erreichen 14 Prozent.

Die Linkspartei müsste nicht mehr um ihren Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Sie gewinnt zwei Punkte auf sieben Prozent. Im Vormonat war sie noch auf den schlechtesten Wert seit ihrer Gründung 2007 gefallen. Ebenfalls sieben Prozent verzeichnet die Piratenpartei, ein Minus von zwei Punkten.

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragte im Auftrag der ARD-Tagesthemen von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1504 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch.

ler/dapd/Reuters