Deutschlandtrend Union sackt ab, FDP mit Rekordwert

Schwarz-Gelb auf Koalitionskurs: Die aktuelle Wahlumfrage der ARD weist für die Union zwar die schlechtesten Werte seit zwei Jahren aus - doch die FDP brächte 17 Prozent mit in die Regierung. SPD-Kandidat Steinmeier ist beliebter als Kanzlerin Merkel, eine Direktwahl würde er trotzdem verlieren.

Köln - Bei dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend sank die Union um zwei Punkte auf nur noch 32 Prozent. Das ist ihr schlechtester Wert seit November 2006. Dagegen kletterte die FDP bei der Erhebung von Infratest dimap auf ihren bisherigen Rekordwert von 17 Prozent. Die SPD legte zwei Punkte zu und konnte mit jetzt 27 Prozent den Abstand zur Union verkürzen.

Bundeskanzlerin Merkel: 48 Prozent würden sie direkt wählen

Bundeskanzlerin Merkel: 48 Prozent würden sie direkt wählen

Foto: DDP

Von den Oppositionsparteien konnten sich bei der sogenannten Sonntagsfrage die FDP um einen Punkt verbessern, die Grünen blieben unverändert bei elf Prozent, während die Linke um einen Punkt auf zehn Prozent fiel. Union und FDP lägen demnach zusammen mit 49 Prozent knapp vor den übrigen Parteien mit zusammen 48 Prozent. Im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" wurden für die Umfrage bundesweit 1.500 Wahlberechtigte telefonisch befragt.

Die FDP-Anhänger nannten vor allem zwei Motive für die Wahl der Liberalen. 83 Prozent sagten: "Ich wähle FDP, weil ich von der Großen Koalition enttäuscht bin." Und 82 Prozent geben an, die FDP auch zu wählen, weil "sie eine klare marktwirtschaftliche Ausrichtung hat".

Laut der Umfrage wächst die Sorge der Deutschen vor der Wirtschaftskrise. 81 Prozent der Befragten meinen, der schlimmste Teil der Krise stehe noch bevor, das sind acht Prozent mehr als im Februar. Auch die Sorge um die eigenen Ersparnisse (53 Prozent) und den Arbeitsplatz (38 Prozent) ist gewachsen. Angesichts der Diskussion über staatliche Hilfen für Opel sind die Bundesbürger gespalten. 47 Prozent meinen, der Staat solle dem angeschlagenen Autohersteller helfen. Genauso viele Befragte lehnen dies aber ab.

An der Spitze der Monatsliste der beliebtesten Parteipolitiker löste Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Mit der Arbeit des Vizekanzlers und SPD-Herausforderers Steinmeier zeigten sich wie im Vormonat 65 Prozent der Befragten zufrieden. Die Amtsinhaberin büßte dagegen im Vergleich zum Vormonat sechs Punkte ein und kam mit 63 Prozent Zustimmung nur noch auf den zweiten Platz. An dritter Stelle folgt mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ein weiterer SPD-Politiker. Mit seiner Arbeit sind 52 Prozent der Umfrageteilnehmer zufrieden.

Auch bei der Frage nach dem Votum bei einer Direktwahl des Bundeskanzler büßte Merkel Punkte ein, liegt aber weiterhin klar vor ihrem Herausforderer. Gäbe es diese Möglichkeit, würden sich nach der Umfrage 48 Prozent für die CDU-Vorsitzende entscheiden. das sind drei Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Für Steinmeier würden 34 Prozent stimmen (plus vier Prozentpunkte).

fsc/AFP
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