Diakonie-Präsident Schuch »Wer sich für die AfD einsetzt, muss gehen«
Diakonie-Chef Rüdiger Schuch
Foto: Hans Scherhaufer / epd / IMAGOPräsident Rüdiger Schuch spricht sich deutlich gegen überzeugte AfD-Wähler in Diensten der Diakonie aus. »Wer die AfD aus Überzeugung wählt, kann nicht in der Diakonie arbeiten«, sagte Schuch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Diese Leute können sich im Grunde auch nicht mehr zur Kirche zählen, denn das menschenfeindliche Weltbild der AfD widerspricht dem christlichen Menschenbild.«
Zwar sollte zunächst mit dem betreffenden Mitarbeitenden gesprochen werden und ihm oder ihr klar gemacht werden, dass für menschenfeindliche Äußerungen in den Einrichtungen der Diakonie kein Platz sei. »Aber wenn das nichts ändert, muss es arbeitsrechtliche Konsequenzen geben«, sagte Schuch. Er fügte hinzu: »Wer sich für die AfD einsetzt, muss gehen.«
Die Diakonie Deutschland gehört mit ihren mehr als 33.000 Angeboten eigenen Angaben zufolge bundesweit zu den größten Trägern von Einrichtungen für die Pflege und Betreuung von Menschen. In den Einrichtungen des evangelischen Wohlfahrtsverbandes arbeiten hauptamtlich mehr als 627.000 Menschen.
Schuch forderte die Arbeitgeber in Deutschland zudem auf, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Wählen aufzufordern. »Sie sollten auch deutlich machen, dass es wichtig ist, mit ihrer Stimme nicht die Feinde der Demokratie zu stärken.« Die Demokratie sei kein Selbstläufer. Schuch fügte hinzu: »Jedes Unternehmen in Deutschland sollte deswegen seine Haltung überprüfen und sich fragen, ob es genug für den Erhalt der offenen Gesellschaft tut.«
Skandale dürften Umfragewerte beeinflussen
Zuletzt hatte die AfD vor den Europawahlen am 9. Juni an Boden verloren. Nur noch 15 Prozent der Wähler würden laut ZDF-Politbarometer vom Freitag für die Partei stimmen, wenn am Sonntag Europawahlen wären. Das entspricht einem Prozentpunkt weniger als in vorherigen Umfragen. An der Spitze liegt die Union mit 30 Prozent, dahinter folgen die Grünen mit 17 Prozent (plus zwei), wie es in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen heißt.
Einen Einfluss auf die AfD-Werte könnte die andauernde Debatte über Vorwürfe der Einflussnahme und Spionage von Staaten wie Russland und China haben. Eine große Mehrheit der Deutschen zeigt sich wegen möglicher Einflussnahme und Spionage aus Staaten wie Russland und China besorgt. 75 Prozent sehen dies als große Gefahr für Deutschland an. Nur 20 Prozent teilen diese Auffassung nicht, darunter 58 Prozent der AfD -Anhänger.