Parlamentarische Geschäftsführerin Irene Mihalic bewirbt sich um Schaltstelle in Grünenfraktion

Als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag bringen sich zwei Politikerinnen in Stellung. Auch für den dritten Schlüsselposten bewirbt sich nach SPIEGEL-Informationen mit der Innenexpertin Irene Mihalic eine Frau.
Die Innenpolitikerin Mihalic will Erste Parlamentarische Geschäftsführerin werden

Die Innenpolitikerin Mihalic will Erste Parlamentarische Geschäftsführerin werden

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Stefan Boness / IPON / IMAGO

Die Innenpolitikerin Irene Mihalic bewirbt sich um den wichtigen Posten als Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenfraktion im Bundestag. Das teilte sie den anderen Abgeordneten in einem Schreiben mit, das dem SPIEGEL vorliegt.

»Unsere Aufgabe als Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist es nun, die vielen guten Projekte und Initiativen im Parlament erfolgreich umzusetzen. Gerne würde ich an verantwortlicher Stelle meinen Beitrag dazu leisten«, schreibt sie.

Mihalic, 45, gehört zum linken Flügel der Partei. Sie war zuletzt mehrere Jahre innenpolitische Sprecherin, ist Polizistin, studierte Kriminologin und hat promoviert. »Die Menschen erwarten von uns, dass wir das Parlament und seine Verfahren sehr ernst nehmen und vor allem auch den Auftrag, die Regierung zu kontrollieren«, schreibt sie in ihrer Bewerbung.

Drei Frauen für drei Führungsjobs

Der Posten der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin (PGF) ist eine Schlüsselfunktion in einer Bundestagsfraktion. Der oder die PGF organisiert den Fraktionsalltag, plant mit Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen die Tagesordnung des Bundestags, ist das Bindeglied zur Bundestagsverwaltung und muss für ein reibungsloses Funktionieren der Arbeit sorgen.

Die bisherige 1. PGF Britta Haßelmann vom Realo-Flügel bewirbt sich wie erwartet um den Fraktionsvorsitz. Die zweite bisher bekannte Kandidatur als Fraktionsvorsitzende kommt von der parteilinken Wirtschaftspolitikerin Katharina Dröge. Mit Mihalic wären dann die drei wichtigsten Posten in der Grünenfraktion von Frauen besetzt.

Dass zugleich alle drei aus Nordrhein-Westfalen kommen, ist ungewöhnlich, dürfte aber keine Auswirkungen haben. Aussichtsreiche Gegenkandidaturen für einen der Posten sind bisher weder angekündigt noch gelten sie in der Fraktion als wahrscheinlich.

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