Grüner Streit über Homöopathie Fegebank verteidigt Aus für Globuli-Gremium

"Es gab zu viele Indiskretionen": Hamburgs Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank verteidigt im SPIEGEL das Aus für die geplante Homöopathie-Kommission ihrer Partei - bevor diese überhaupt je getagt hat.
Katharina Fegebank

Katharina Fegebank

Foto: Christian Charisius/ dpa

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck wollte im Rahmen einer Kommission den seit Monaten schwelenden Parteistreit über Globuli schlichten. Im Kern geht es darum, ob die Solidargemeinschaft für homöopathische Mittel aufkommen soll, sprich: diese von den Krankenkassen erstattet werden sollen oder nicht.

In dieser Woche jedoch stoppte der Bundesvorstand der Grünen die Kommission, bevor sie überhaupt eingesetzt wurde. Begründung: Die Debatte sei durch aggressiven und teilweise polemischen Ton beschwert und Interna seien an die Medien weitergegeben worden.

Katharina Fegebank, die Spitzenkandidatin der Grünen für die Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar, unterstützt die Entscheidung der Bundesspitze. "Das finde ich richtig, denn es gab zu viele Indiskretionen", sagte sie dem SPIEGEL : „Wenn wir regieren wollen, dann müssen wir Geschlossenheit zeigen.“

Mit seiner Entscheidung, die Kommission noch vor ihrem Einstand abzuräumen, habe der Bundesvorstand "Führungsstärke" gezeigt. Fegebank, die gegenwärtig Hamburger Wissenschaftssenatorin ist, sagte, sie persönlich glaube an die Schulmedizin. Im parteiinternen Streit über Globuli wollte sie sich selbst allerdings nicht festlegen.

Zugleich sprach sich Fegebank für die weitere Erforschung der ebenfalls umstrittenen unterirdischen CO2-Verpressung aus. Es gebe „reale Risiken“, sagte sie dem SPIEGEL: "Wir sollten aber Möglichkeiten erforschen, weil wir nicht wissen, wann die Kipppunkte kommen, an denen Entwicklungen im Erdsystem nicht mehr rückgängig zu machen sind."

Fegebank ist Zweite Bürgermeisterin in der rot-grünen Koaltion. Bei der Hamburg-Wahl will sie den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ablösen.

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