Habeck, Baerbock und der Harmoniezwang bei den Grünen Streit? Nur zu unseren Bedingungen

Bei den Grünen schwelen Konflikte über Globuli und Bundeswehreinsätze, ausgetragen werden sie aber nicht. Warum lassen die Vorsitzenden keine offenen Debatten zu?
Annalena Baerbock und Robert Habeck: Argumentationshegemonie der Spitze

Annalena Baerbock und Robert Habeck: Argumentationshegemonie der Spitze

Foto: INA FASSBENDER / AFP

Vergleicht man die Grünen mit einem Protagonisten des klassischen Entwicklungsromans, dann gibt es durchaus Parallelen. Aus unwegsamem Umfeld kommend – der Biedermeier-Republik der Siebzigerjahre – meistern sie Irrungen und Wirrungen. Am Schluss – also etwa heute – werden sie sesshaft, heiraten (koalieren) und "entsagen", wie es in "Wilhelm Meisters Wanderjahre" heißt.

Die Entsagung trifft allerdings auch auf das zu, was die Grünen bisher prägte: die öffentliche Debatte, den Streit, die Kontroverse.

Sie nennen es Professionalisierung, aber aus Angst, die mühsam erreichte Geschlossenheit wieder zu verlieren, hat die Parteispitze eine Art Argumentationshegemonie entwickelt. Gestritten werden soll nur zu ihren Bedingungen.

Schwierige Debatten werden weiter unterbunden

Die Frage, ob die Solidargemeinschaft auch für homöopathische Mittel aufkommen soll, steht exemplarisch für die Debattenunlust der Grünenchefs: Weil der Streit über die Globuli auf dem Parteitag  partout vermieden werden sollte, lagerte man ihn in eine Kommission aus. Vor Kurzem dann verkündete der Bundesvorstand das Aus dieser Kommission, bevor sie überhaupt je getagt hatte. Der Grund: Teile einer vertraulichen Telefonkonferenz waren nach außen gedrungen.

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