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40 Jahre Grüne Der Widerspenstigen Zähmung

Vom Revoluzzer-Image ist 40 Jahre nach Gründung der Grünen nichts geblieben. Was macht der Erfolg mit der Partei?
aus DER SPIEGEL 3/2020
Annalena Baerbock und Robert Habeck mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (M.)

Annalena Baerbock und Robert Habeck mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (M.)

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Christian Charisius/ dpa

Da sitzen sie, die beiden Grünenchefs, im schnöden Tagungsraum eines Hamburger Hotels. In ihrer Mitte die Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, Katharina Fegebank. Es ist der vergangene Dienstag, das Jahr ist noch jung, der Vorsatz dagegen, den Robert Habeck formuliert, ist älter.

"Inhaltlich, personell und strukturell" wollen die Grünen "in die Mitte der Gesellschaft ausgreifen", sagt er. In der Person von Fegebank sitzt dieser Anspruch quasi neben ihm.

Fegebank ist Spitzenkandidatin für die Hamburger Bürgerschaftswahl. Ihr könnte am 23. Februar gelingen, was noch keiner Frau und keinem Grünen je gelang: einen Stadtstaat zu regieren – und damit eine letzte Bastion der Sozialdemokraten zu schleifen. Die Grünen liegen in den Umfragen gleichauf mit der SPD von Peter Tschentscher.

Allein die Tatsache, dass die Regierungsübernahme möglich ist, zeigt, wie weit sich die Grünen von ihren Anfängen entfernt haben. Vor 40 Jahren schlossen sich Wählerinitiativen, Bürgerbewegungen und andere Wahlvereinigungen zur Partei die Grünen zusammen. Sie nannten sich eine "Anti-Parteien-Partei" und waren vor allem eines: dagegen.

"Zwei Jahre geb ich denen", dröhnte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, als die Grünen 1983 erstmals ins Bonner Parlament kamen. "Dann gehen die Mann für Mann zur SPD über."

Es war eine historische Fehleinschätzung, die Geschichte verlief genau umgekehrt. Zu Beginn des Jahres 2020 sitzen die Grünen in 14 Landesparlamenten und sind an 11 Landesregierungen beteiligt. Sie regieren in Koalitionen mit Linken, Sozialdemokraten, Liberalen und Christdemokraten. Sie stellen die Oberbürgermeister in Großstädten wie Stuttgart, Hannover und Darmstadt. In Baden-Württemberg führt Winfried Kretschmann die erste grün-schwarze Koalition der Republik auf Landesebene.

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40 Jahre Grüne: Geschichte in Bildern

Foto: Albert Ostertag/ picture alliance/dpa

Es spricht viel dafür, dass die Grünen an der nächsten Bundesregierung beteiligt sein werden. Während die etablierten Parteien sich in Machtkonflikten aufreiben, zelebrieren die Grünen ihre Einigkeit. Sie sind auf dem besten Weg, der CDU den Rang als Staatspartei abzulaufen.

Wie entstand aus einer Gruppe versprengter Protestbewegungen eine der erfolgreichsten Parteineugründungen der bundesdeutschen Geschichte? Was macht dieser Erfolg mit einer Partei? Wie viel bleibt von ihrer Gründungsidee übrig?

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