Linke-Machtkampf "Unter der Gürtellinie"

Dietmar Bartsch, Vizefraktionschef der Linken, hat seine innerparteilichen Gegner im SPIEGEL scharf kritisiert. Deren Verhalten auf dem Göttinger Parteitag - Bartschs Scheitern bei der Wahl zum Vorsitzenden war von Hohngesängen begleitet worden - sei "Ausdruck unerhörter Kulturlosigkeit".

Dietmar Bartsch: Der Linken-Politiker auf dem Parteitag in Göttingen
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Dietmar Bartsch: Der Linken-Politiker auf dem Parteitag in Göttingen


Hamburg - Nach Bartschs Niederlage auf dem Göttinger Parteitag am vergangenen Wochenende hatten Genossen "Die Internationale" und das Kampflied "Ihr habt den Krieg verloren" angestimmt. "Das ist deutlich unter der Gürtellinie und geht gar nicht", sagte Bartsch, der sich um den Parteivorsitz beworben hatte, dem SPIEGEL und bezeichnete die Gesänge als "Ausdruck unerhörter Kulturlosigkeit".

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Der Vizefraktionsvorsitzende bekräftigte außerdem, dass in der linken Bundestagsfraktion "Hass" und "pathologische Zustände" herrschten: "Das ist leider zutreffend."

Eine Spaltung der Partei, vor der Fraktionschef Gregor Gysi warnte, will auch Bartsch vermeiden: "Sie würde den Tod der Linken bedeuten." Vehement wehrt sich der Fraktionsvize gegen Vorwürfe aus dem Lager von Oskar Lafontaine, er biedere sich bei der SPD an: "Auch Oskar Lafontaine hätte schon 2009 gern eine Koalition im Saarland gemacht." Nicht nur die Linken, auch Sozialdemokraten sollten sich für eine Zusammenarbeit offen zeigen: "Wenn Sigmar Gabriel ohne Not jetzt bereits sagt: Nie mit den Linken, dann ist das politisch einfach nur doof."

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rom



insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
M. Michaelis 10.06.2012
1.
Wer jetzt immer noch nicht merkt dass die Erben der beiden deutschen Diktaturen vor allem von Ungeist getrieben sind muss schon sehr ignorant sein. Eine Bereicherung unserer Demokratie sind sie nicht sondern eine historische Altlast und Belastung.
maybee 10.06.2012
2. Ego
Zitat von sysopDPADietmar Bartsch, Vize-Fraktionschef der Linken, hat seine innerparteilichen Gegner im SPIEGEL scharf kritisiert. Deren Verhalten auf dem Göttinger Parteitag - Bartschs Scheitern bei der Wahl zum Vorsitzenden war von Hohngesängen begleitet worden - sei "Ausdruck unerhörter Kulturlosigkeit". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,838018,00.html
Aus Bartsch spricht sein verletztes Ego. "Ihr habt den Krieg verloren" ist allerdings niveaulos, das ist richtig.
Mühsammler 10.06.2012
3. Lieber Herr Bartsch
ungeachtet aller inhaltlicher Streitigkeiten ist das größte Problem mit Ihnen, dass sie die Auseinandersetzung, die innerhalb der Partei stattfinden sollte, regelmäßig in Medien wie dem Spiegel gegen Ihre Partei führen. Da brauchen Sie sich nichts zu wundern, wenn sich die Menschen von Ihrer Partei (die gar nicht "Ihre" ist) abwenden. Wer den Kapitalismus weiterhin überwinden möchte begibt sich zurück in die außerparlamentarische Opposition und wer sozialdemokratisch an ihm teilhaben möchte wählt gleich das Original und das ist nun mal die SPD.
hubertrudnick1 10.06.2012
4. Linke?
Zitat von sysopDPADietmar Bartsch, Vize-Fraktionschef der Linken, hat seine innerparteilichen Gegner im SPIEGEL scharf kritisiert. Deren Verhalten auf dem Göttinger Parteitag - Bartschs Scheitern bei der Wahl zum Vorsitzenden war von Hohngesängen begleitet worden - sei "Ausdruck unerhörter Kulturlosigkeit". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,838018,00.html
Man muss bei den Linken ein eindeutiges Fragezeichen setzen, was ist das nur für eine Truppe? Es wächst nicht zusammen was nicht zusammengehört, zwei total unterschiedliche Richtungen. Die Spaltung ist kaum noch aufzuhalten. HR
Haarspalter 10.06.2012
5. Heul doch
Zitat von sysopDPADietmar Bartsch, Vize-Fraktionschef der Linken, hat seine innerparteilichen Gegner im SPIEGEL scharf kritisiert. Deren Verhalten auf dem Göttinger Parteitag - Bartschs Scheitern bei der Wahl zum Vorsitzenden war von Hohngesängen begleitet worden - sei "Ausdruck unerhörter Kulturlosigkeit". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,838018,00.html
Feind, Todfeind, Parteifreund. So ist das eben Herr Bartsch. Wenn ich in Ihrem Lebenslauf lese, daß sie Aspirant an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU waren, trauern sie sicher alten Methoden nach mit Kritikern fertig zu werden. Ihre Generation betrachte ich als Altlast und Belastung der deutschen Einheit, genauso wie Zonenmurksel, unser aller Kanzlerin. Das sie die SPD gerne als Mitglied hätte sagt ja viel über die SPD aus.
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